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USA greifen Iran sechsten Tag in Folge an – Trump droht mit Eskalation
Die USA greifen den Iran die sechste Nacht in Folge an und treffen erstmals die Tunb-Inseln, während Teheran mit einer Blockade des Roten Meeres droht.
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Die USA haben in der Nacht zum Freitag die sechste Angriffswelle in Folge gegen den Iran geflogen. Das Regionalkommando Centcom bestätigte den Beginn der Attacke für 14 Uhr Ortszeit Washington und erklärte, man wolle die militärischen Fähigkeiten Teherans weiter schwächen. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen in den Hafenstädten Bandar Abbas und Bandar Chamir sowie rund um die Golfinsel Keschm.
Der Schlagabtausch belastet ein erst vor einem Monat unterzeichnetes Übergangsabkommen, das die Kämpfe beenden sollte. Beide Seiten werfen sich seither Vertragsbruch vor. Trump unterrichtete den Kongress diese Woche formell darüber, dass sich die USA erneut im Krieg mit dem Iran befinden. Auslöser der jüngsten Eskalation war laut Weißem Haus der iranische Beschuss von Handelsschiffen in der Straße von Hormus.
Erstmals seit Kriegsbeginn nahm das US-Militär auch die strategisch wichtigen Tunb-Inseln ins Visier, die an der tiefsten Stelle der Straße von Hormus liegen und seit 1971 von Iran verwaltet werden. In Iranschahr traf eine Rakete den Flughafen, in Bandar Abbas fiel nach einem Angriff auf einen Eisenbahnknoten der Strom aus. „Der Präsident ist immer zugleich zu Diplomatie bereit“, sagte Sprecherin Karoline Leavitt, betonte aber, Teheran müsse für den Beschuss von Schiffen einen Preis zahlen. Trump hatte am Mittwoch gedroht, kommende Woche iranische Kraftwerke und Brücken anzugreifen.
Teheran kündigte an, den Krieg auszuweiten und nach der Straße von Hormus auch das Rote Meer zu blockieren. Die Revolutionsgarden reklamierten einen Angriff auf einen US-Stützpunkt in Bahrain für sich. Die Gespräche über ein Kriegsende liegen unterdessen auf Eis.
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Jede Antwort auf die iranische Blockade erzeugt eine Gegenreaktion, die das Problem verschiebt statt löst. Schwächt Washington Teherans Fähigkeit zur Störung der Schifffahrt, droht der Iran mit der Ausweitung auf das Rote Meer und Angriffen auf Golfstaaten wie Kuwait und Bahrain. Die Straße von Hormus lässt sich militärisch nicht gewinnen, ohne den halben Golf mit hineinzuziehen.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Öl-Transportrouten der Welt, durch die rund ein Fünftel des global gehandelten Öls fließt; eine anhaltende Blockade oder Verminung würde die Energiepreise weltweit in die Höhe treiben. Das jetzt brüchige Übergangsabkommen war erst vor einem Monat geschlossen worden.
Unter den 13 westlichen Politikern und Militärs, die eine regierungsnahe Teheraner Zeitung jüngst auf einer „Fahndungsliste“ abbildete, steht auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Dass Deutschland damit in die iranische Vergeltungsrhetorik gerät, obwohl es an den Angriffen nicht beteiligt ist, zeigt, wie weit der Konflikt über die eigentlichen Kriegsparteien hinausreicht.