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Trump verhängt Seeblockade und 20-Prozent-Gebühr für die Straße von Hormus
Trump verhängt eine Seeblockade gegen iranische Häfen und verlangt 20 Prozent Gebühr für die Straße von Hormus, die die USA gar nicht kontrollieren.
Die USA setzen ihre Seeblockade gegen iranische Häfen wieder in Kraft. Präsident Donald Trump kündigte an, ab Dienstagabend jede Fracht durch die Straße von Hormus mit einer Abgabe von 20 Prozent zu belegen. Kurz zuvor griff das US-Militär zum dritten Mal binnen einer Woche iranische Ziele an.
Die Blockade betrifft die gesamte iranische Küste samt aller Häfen und Ölterminals. Auslöser der jüngsten Angriffswelle war nach US-Angaben erneut iranischer Beschuss eines Schiffs in der Meerenge. Ein Mitte Juni ausgehandeltes Rahmenabkommen, das ein dauerhaftes Ende der Kämpfe vorbereiten sollte, erklärte Trump vergangene Woche für hinfällig. Am 10. Juli teilte er dem Kongress mit, dass sich das Land erneut im Krieg mit Iran befinde, was ihm eine neue 60-Tage-Frist für Militäreinsätze ohne parlamentarische Zustimmung verschafft.
„Wir werden zu Wächtern der Meerenge“, schrieb Trump und beanspruchte damit die Kontrolle über eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Das US-Regionalkommando Centcom setzte nach eigenen Angaben erstmals Kampfdrohnen auf See ein und traf eine iranische Werft sowie ein U-Boot. Irans Außenminister Abbas Araghtschi spottete über die Ankündigung und erklärte, wer für sichere Durchfahrt sorge, „sollte entschädigt werden“. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warf Washington Vertragsbruch vor. An den Märkten sprang der Ölpreis über 80 Dollar und legte damit so stark zu wie zuletzt im April, während der Nasdaq bis zu 1,5 Prozent nachgab.
Die Blockade gilt von Dienstag, 16 Uhr Ortszeit an. Offen bleibt, wie Teheran auf die Gebührenforderung reagiert und ob die iranischen Revolutionsgarden ihre Angriffe auf Ziele in Bahrain, Jordanien, Kuwait und Oman fortsetzen. Für die Weltwirtschaft hängt viel davon ab, ob der Öltransport durch die Meerenge offen bleibt.
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Eine offene Meerenge ist ein globales Gemeingut, eine Maut darauf macht sie zum Faustpfand. Sichert Washington die Passage, profitieren alle Importländer, doch eine einseitige 20-Prozent-Abgabe verwandelt Schutz in Kontrolle und lädt zu Gegenmaßnahmen ein. Jede Antwort auf das iranische Störfeuer erzeugt Folgeprobleme an anderer Stelle des Systems.
Durch die Straße von Hormus wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft. Eine Blockade oder Verteuerung der Passage wirkt sich deshalb unmittelbar auf Energiepreise und Lieferketten weit über die Golfregion hinaus aus.
Trump braucht Geld für den Krieg, den der Kongress nicht mehr mitfinanzieren will. Fast zeitgleich mit der Kriegsnotifikation an das Parlament verlangt er nun 20 Prozent auf jede Fracht durch die Meerenge. Ob die Maut zufällig genau dann kommt, wenn die reguläre Finanzierung stockt?