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Foto: BBC News

Welt·15. Juli 2026

USA nehmen Seeblockade iranischer Häfen wieder auf – Trump kippt Hormus-Gebühr

Die USA nehmen die Seeblockade iranischer Häfen wieder auf, während Trump seine geplante 20-Prozent-Gebühr für die Straße von Hormus fallenlässt.

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Das US-Militär hat die Seeblockade iranischer Häfen wieder aufgenommen. Der Einsatz begann nach Angaben des Regionalkommandos Centcom um 22 Uhr MESZ. Zeitgleich lässt Präsident Donald Trump seine erst am Montag angekündigte 20-prozentige Gebühr auf jede Schiffsdurchfahrt durch die Straße von Hormus wieder fallen.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Trump hatte die Waffenruhe mit Teheran vergangene Woche für beendet erklärt und sich am Montag zum "Wächter" der Meerenge erklärt. Seither greift das US-Militär iranische Ziele an, in dieser Nacht bereits zum vierten Mal in Folge. Der Iran wirft Washington vor, damit ein unter pakistanischer Vermittlung ausgehandeltes Rahmenabkommen aufgekündigt zu haben.

Centcom erklärte, die Angriffe sollten die iranischen Fähigkeiten schwächen, mit denen Teheran Handelsschiffe in der Meerenge attackiere. Mehr als 20 Kriegsschiffe und hunderte Militärflugzeuge seien in der Region im Einsatz. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen in mehreren Städten, darunter Buschehr mit dem einzigen aktiven Atomkraftwerk des Landes. Die Revolutionsgarden erklärten, im Gegenzug US-Ziele in Bahrain und Jordanien beschossen zu haben. In der Straße von Hormus wurden erneut Tanker angegriffen, dabei kam ein indisches Besatzungsmitglied ums Leben.

Statt der Gebühr sollen nun Handels- und Investitionsabkommen mit den Golfstaaten die Einnahmen bringen, kündigte Trump an. Der Tankerverkehr durch die Meerenge kam weitgehend zum Erliegen, die Ölpreise stiegen. Wie lange die Blockade andauern soll, teilte das US-Militär nicht mit.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Eine offene Meerenge und eine Deeskalation sind zugleich kaum zu haben. Jeder Schlag, der Irans Fähigkeit zur Schiffsbekämpfung schwächt, liefert Teheran zugleich den Anlass, US-Ziele in Bahrain und Jordanien zu beschießen. Wer nur eine Variable optimiert, verschiebt das Problem in die nächste Eskalationsstufe.

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Redaktionelle Einordnung

Durch die Straße von Hormus wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft. Eine anhaltende Blockade oder Eskalation dort trifft unmittelbar die globale Energieversorgung und die Preise an den Zapfsäulen auch in Europa.

Um die Ecke gedacht

Die Gebühr auf den wichtigsten Öl-Seeweg der Welt hielt kaum 24 Stunden. Nach Kritik von Verbündeten und selbst aus den eigenen Reihen im Kongress ersetzte Trump sie durch in Aussicht gestellte Milliardeninvestitionen der Golfstaaten. Ob eine Meerenge, die keinem einzelnen Staat gehört, überhaupt bemautet werden kann, blieb dabei ungeklärt.