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Iran sperrt Straße von Hormus – USA bombardieren iranische Hafenstädte
Irans Revolutionsgarden erklären die Straße von Hormus für gesperrt, kurz darauf bombardieren die USA zum dritten Mal in dieser Woche iranische Hafenstädte.
Die iranischen Revolutionsgarden haben die Straße von Hormus für gesperrt erklärt. Zuvor hatten sie einen unter zyprischer Flagge fahrenden Frachter mit einem Marschflugkörper beschossen, nachdem dieser laut iranischen Angaben seine Systeme abgeschaltet und die vorgeschriebene Route verlassen hatte. Ein Besatzungsmitglied gilt als vermisst, der Maschinenraum des Schiffs wurde schwer beschädigt.
Die Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel ist eine der wichtigsten Öltransportrouten weltweit. Bereits Anfang der Woche waren drei Handelstanker angegriffen worden, als sie eine von den USA empfohlene Route durch omanische Gewässer nutzten. Teheran besteht darauf, dass allein die Passage durch iranische Gewässer sicher sei. Die daraus folgenden US-Angriffe töteten nach iranischen Angaben 17 Menschen und verletzten 115.
Auf die Sperrung reagierten die USA mit einer neuen Angriffswelle. Das US-Zentralkommando sprach von der dritten Runde in dieser Woche und begründete sie mit dem Angriff auf den Frachter. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen in den Hafenstädten Bandar Abbas, Sirik, Chabahar, Bandar-e Deyr und Asaluyeh. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb auf X, Iran habe eine schlechte Wahl getroffen und zahle nun dafür. Die Sperrung folgt auf einen Racheaufruf des neuen geistlichen Führers Ayatollah Modschtaba Chamenei, dessen Vater bei einem früheren Luftangriff getötet worden war.
Ob die Diplomatie die Eskalation noch bremsen kann, ist offen. Katar führte Gespräche in Teheran, Oman schlägt einen Plan zur Steuerung der Schifffahrt durch die Meerenge vor. Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe für beendet, hielt aber Verhandlungen weiter für möglich.
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Beide Seiten sitzen in einer Falle aus Abschreckung und Gesichtswahrung. Iran kann die Meerenge kaum dauerhaft schließen, ohne die eigenen Ölexporte zu ersticken, während die USA jeden Angriff rechtfertigen müssen, ohne einen Flächenbrand auszulösen. Dass Trump die Waffenruhe für beendet erklärt und zugleich Verhandlungen offenhält, zeigt genau dieses Dilemma zwischen Eskalation und Ausstieg.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt: Rund ein Fünftel des global gehandelten Erdöls passiert die Meerenge, weshalb jede längere Sperrung unmittelbar die weltweite Energieversorgung und die Ölpreise trifft.
Die Sperrung fällt zeitlich mit dem Amtsantritt von Modschtaba Chamenei zusammen, der öffentlich Rache für den getöteten Vater geschworen hat. Ob ein neuer Führer seine Autorität ausgerechnet an der empfindlichsten Stelle der Weltwirtschaft demonstriert, ist zumindest eine auffällige Abfolge.