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Foto: New York Times

Welt·16. Juli 2026

USA und Iran liefern sich fünften Tag Angriffe – US-Kampfjet setzt iranischen Öltanker außer Gefecht

Die USA greifen den fünften Tag in Folge iranische Ziele an und stoppen erstmals seit der neuen Hafenblockade einen Öltanker mit Raketen.

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Das US-Militär hat in der Nacht zum Mittwoch zum fünften Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen. Erstmals seit der Wiedereinsetzung der Seeblockade stoppte ein US-Kampfflugzeug ein Handelsschiff mit Waffengewalt. Nach Angaben des Regionalkommandos Centcom feuerte der Jet Hellfire-Raketen in den Schornstein des unbeladenen Öltankers «M/T Belma», der einen iranischen Hafen ansteuerte, und machte ihn manövrierunfähig.

Washington und Teheran hatten am 17. Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensvertrag führen sollte. Im Zuge dieser Vereinbarung hob die US-Regierung ihre seit Mitte April geltende Seeblockade damals auf. Seit Dienstag blockiert das US-Militär iranische Häfen erneut. Teheran erklärt das Memorandum inzwischen für hinfällig.

Allein am Mittwoch startete Centcom nach eigenen Angaben zwei Angriffswellen. Iranische Medien berichteten von Explosionen in Bandar Abbas, Tschabahar und Ahwas. Die iranische Armee erklärte, ein Angriff auf eine Kaserne in Bampur habe sieben Soldaten getötet, und kündigte eine «entschlossene Antwort» an. In den verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain heulten erneut Sirenen; Kuwait fing nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab. Zusätzlich verhängte das US-Finanzministerium neue Sanktionen gegen iranische, russische und nigerianische Personen und Einrichtungen.

Trump drohte mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken, sollte Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, wollte aber «keine Frist setzen». Zugleich meldete er, der Iran habe eine seit Ende 2024 inhaftierte US-Bürgerin freigelassen. Großbritannien kündigte an, die Revolutionsgarden de facto zu verbieten, woraufhin Teheran den britischen Botschafter einbestellte. Ob die Vermittlungsbemühungen die Eskalation überdauern, ist offen.

Perspektiven

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Das Dilemma liegt darin, dass Härte und Deeskalation sich hier gegenseitig blockieren. Zwingt Washington den Iran mit Blockade und Bombardements an den Tisch, bestätigt es Teherans Erzählung vom «existenziellen Krieg» und macht Zugeständnisse innenpolitisch unmöglich. Lässt es nach, riskiert es, dass die Bedrohung der Schifffahrt durch Hormus zur Dauerlage wird.

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Redaktionelle Einordnung

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt — durch sie fließt rund ein Fünftel des global gehandelten Öls, weshalb jede militärische Eskalation dort unmittelbar die Energiepreise und die Weltwirtschaft trifft. Das am 17. Juni geschlossene Rahmenabkommen sollte den seit April andauernden Krieg beenden und binnen 60 Tagen zu einem Friedensvertrag führen.

Um die Ecke gedacht

Erst Mitte Juni hob Washington die Seeblockade als Zeichen des guten Willens auf, keinen Monat später steht sie wieder — schneller, als die vereinbarte 60-Tage-Frist für ein Friedensabkommen überhaupt ablaufen konnte. Auffällig ist Trumps Muster aus Härte und Geste: Am selben Tag, an dem sein Militär zwei Angriffswellen fliegt und einen Tanker beschießt, bedankt er sich öffentlich beim Iran für die Freilassung einer US-Bürgerin. Ob diese Doppelbotschaft Verhandlungstaktik ist oder Ratlosigkeit?