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USA und Iran nehmen Angriffe an Straße von Hormus wieder auf
Die USA greifen zum dritten Mal binnen einer Woche iranische Ziele an, nachdem Iran erneut ein Schiff in der Straße von Hormus beschossen hat.
Zum dritten Mal innerhalb einer Woche haben US-Streitkräfte in der Nacht Ziele im Iran angegriffen. Auslöser war nach Angaben des US-Militärs erneut iranischer Beschuss eines Schiffs in der Straße von Hormus. Die Mitte Juni vereinbarte Waffenruhe droht damit zu zerfallen.
Durch die Straße von Hormus laufen rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls. Deshalb war ihre Öffnung ein Kernpunkt des Rahmenabkommens, auf das sich Washington und Teheran Mitte Juni geeinigt hatten. Darin war vereinbart, binnen 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Seither wiederholt sich ein Muster aus iranischem Beschuss und amerikanischer Vergeltung, das die Vereinbarung von Woche zu Woche aushöhlt.
Iranischer Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, zugleich Verhandlungsführer, warf den USA Vertragsbruch vor. "Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist vorbei", schrieb er auf X. Iran meldete Explosionen an seiner Südküste, unter anderem auf der Insel Qeschm, und sprach von rund einem Dutzend "feindlicher Projektile". Präsident Trump erklärte dagegen, die Meerenge sei für den Handelsverkehr offen, und sagte, man habe Iran "letzte Nacht hart getroffen". Das US-Militär bestätigte, der Schiffsverkehr durch die Straße fließe weiter.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich zutiefst besorgt und forderte beide Seiten zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Ein erneuter offener Krieg gilt Beobachtern weiter als unwahrscheinlich, weil keine Seite ein Interesse an einer vollständigen Eskalation hat. Doch mit jeder Angriffswelle wird der Weg zurück zu einem dauerhaften Abkommen schmaler.
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Beide Seiten beanspruchen die Opferrolle, und beide haben in ihrer Logik recht. Iran sieht sich bombardiert, die USA sehen ihre Schiffe beschossen — jeder Schlag ist zugleich Antwort und Auslöser. Solange niemand klärt, wer die Eskalationsschwelle definiert, bleibt jede Verhandlung eine Wette darauf, wer zuerst zurückweicht.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt — durch sie läuft rund ein Fünftel des global gehandelten Öls, jede militärische Eskalation dort trifft unmittelbar die Energiepreise und die Golfstaaten.
Auffällig ist die Rollenverteilung: Teheran wirft Washington Vertragsbruch vor, obwohl der jeweils erste Schuss laut US-Darstellung vom iranischen Beschuss eines Schiffs ausging. Wer die Meerenge sperrt und wer darauf reagiert, ist zur zentralen Streitfrage geworden — und beide Seiten beanspruchen die Opferrolle.