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Foto: Stern

Welt·20. Juli 2026

Venezuela: Zahl der Erdbeben-Toten steigt auf über 5200

Knapp vier Wochen nach dem Doppelerdbeben in Venezuela steigt die offizielle Totenzahl auf 5208, während die UNO bis zu 50.000 Vermisste für möglich hält.

Frühere Artikel
  • Venezuela: IWF gibt nach verheerendem Erdbeben 346 Millionen Dollar Nothilfe frei
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Knapp vier Wochen nach dem Doppelerdbeben in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 5200 gestiegen. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez nannte am Sonntag die Zahl von 5208 Toten seit der Katastrophe vom 24. Juni. Die Zahl der Verletzten blieb mit 16.740 unverändert.

Die beiden Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 trafen vor allem die dicht besiedelte Küstenregion um La Guaira nördlich der Hauptstadt Caracas. Seither steigt die Bilanz mit jeder Bergungswoche weiter an. Behörden und Helfer arbeiten sich noch immer durch eingestürzte Wohnviertel. Der Internationale Währungsfonds hatte zuvor 346 Millionen Dollar Nothilfe freigegeben.

Zur Zahl der Vermissten machen die venezolanischen Behörden weiterhin keine Angaben. Die Vereinten Nationen schätzen, dass sie bei bis zu 50.000 Menschen liegen könnte. Diese Differenz zwischen offizieller Opferzahl und internationaler Schätzung bestimmt die Debatte über das tatsächliche Ausmaß. Rund vier Wochen nach den Beben gilt die Rettungsphase vielerorts als beendet, während die Bergung der Toten andauert.

Wie viele Menschen noch unter den Trümmern liegen, ist offen. Der Wiederaufbau der Küstenregion dürfte Jahre dauern und trifft ein Land, dessen Wirtschaft seit Jahren in der Krise steckt. Ob die Behörden ihre Vermisstenzahlen offenlegen, bleibt die zentrale Frage der kommenden Wochen.

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Redaktionelle Einordnung

Venezuela steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise, die Katastrophenschutz und Wiederaufbau zusätzlich erschwert. Die Beben vom 24. Juni zählen zu den folgenschwersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes.

Um die Ecke gedacht

Die Behörden beziffern die Toten auf gut 5200, die UNO hält bis zu 50.000 Vermisste für möglich. Solche Lücken zwischen offiziellen und internationalen Zahlen kennt man aus anderen Krisenstaaten mit eingeschränkter Pressefreiheit. Ob es an fehlender Bergungskapazität oder an Informationskontrolle liegt, bleibt offen.