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Welt·19. Juli 2026

Venezuela: IWF gibt nach verheerendem Erdbeben 346 Millionen Dollar Nothilfe frei

Venezuela ruft nach dem Doppelbeben mit über 5.000 Toten 346 Millionen Dollar beim IWF ab, um Wiederaufbau und betroffene Familien zu finanzieren.

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  • Zahl der Erdbebentoten in Venezuela steigt auf über 5.000

Venezuela hat nach dem Doppel-Erdbeben vom Juni 346 Millionen US-Dollar beim Internationalen Währungsfonds abgerufen. Das sind rund 302 Millionen Euro. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez teilte mit, das Geld solle dem Wiederaufbau und der Unterstützung betroffener Familien dienen.

Am 24. Juni hatten zwei Beben der Stärken 7,2 und 7,5 die nördliche Küstenregion des Landes im Abstand von weniger als einer Stunde erschüttert. Rodríguez nannte die Katastrophe die brutalste Naturkatastrophe in der Geschichte Venezuelas. Internationale Rettungsteams unterstützten Tausende venezolanische Einsatzkräfte bei der Suche nach Verschütteten.

Die Zahl der Todesopfer stieg auf 5.069 und wächst weiter, während Helfer Trümmer räumen. Nach Schätzungen benötigen rund 1,8 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, darunter etwa 680.000 Kinder. Freiwillige buken für rund 3.000 vertriebene Kinder einen großen Kuchen. Rodríguez dankte der IWF-Chefin Kristalina Georgiewa sowie allen beteiligten Institutionen.

Wie der Wiederaufbau in einem seit Jahren von der Wirtschaftskrise gezeichneten Land organisiert wird, ist offen. Die abgerufenen Mittel sind ein erster Schritt gemessen am Ausmaß der Zerstörung. Ob weitere internationale Hilfe folgt, hängt auch von der politischen Lage des Landes ab.

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Redaktionelle Einordnung

Venezuela ist infolge von Wirtschaftskrise, Zahlungsausfall und Sanktionen seit Jahren weitgehend vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten. Das Doppelbeben vom 24. Juni gilt als die tödlichste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

Um die Ecke gedacht

Die 346 Millionen stammen laut IWF-Systematik aus Venezuelas eigenem Guthaben beim Fonds, nicht aus einem neuen Hilfskredit. Zugleich ist das Land seit Jahren von regulären IWF-Programmen ausgeschlossen. Aus eigenen Reserven schöpfen zu müssen, sagt einiges über den Zugang Venezuelas zu frischem Kapital.