Almost
Neutral News
© 2026 Almost Neutral News
Archiv·Impressum·Datenschutz
Zurück

Foto: Tagesspiegel

Welt·17. Juli 2026

Zahl der Erdbebentoten in Venezuela steigt auf über 5.000

Drei Wochen nach dem Doppelbeben in Venezuela steigt die Zahl der bestätigten Toten auf 5.069, während die UNO bis zu 50.000 Vermisste befürchtet.

Die Zahl der Todesopfer der beiden Erdbeben in Venezuela hat die Marke von 5.000 überschritten. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez nannte am Freitag 5.069 bestätigte Tote. Mehr als 16.700 Menschen wurden verletzt.

Am 24. Juni hatten zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 das Land innerhalb von nur 39 Sekunden erschüttert. Am schwersten traf es den Küstenbundesstaat La Guaira und die gleichnamige Stadt. Venezuela steckt zugleich seit Jahren in einer Wirtschaftskrise, die den Wiederaufbau erschwert. Millionen Menschen haben das Land in den vergangenen Jahren verlassen.

Zur Zahl der Vermissten machten die Behörden weiter keine Angaben. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sie bei bis zu 50.000 liegen könnte. Die Europäische Union stellte 20 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereit. Über eine Luftbrücke gelangten seither 80 Tonnen Hilfsgüter ins Land. Bereits Anfang des Jahres hatte die EU wegen der Wirtschaftskrise 52 Millionen Euro zugesagt.

Für viele Familien bedeutet das Beben eine Rückkehr. Die nach Brasilien ausgewanderte Liliana Figueroa kehrte heim, nachdem ihre Tochter Angelina getötet worden war. Wie hoch die endgültige Opferzahl ausfällt, hängt davon ab, wie viele Vermisste noch gefunden werden.

· · ·
Redaktionelle Einordnung

Venezuela durchläuft seit Jahren eine schwere Wirtschafts- und Versorgungskrise, die Millionen Menschen zur Auswanderung getrieben hat. Geschwächte Infrastruktur und ein überlastetes Gesundheitssystem erschweren nun die Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten nach dem Beben.

Um die Ecke gedacht

Die EU stellte für die Erdbebenhilfe 20 Millionen Euro bereit, weniger als die 52 Millionen, die sie Anfang des Jahres allein wegen der Wirtschaftskrise zusagte. Für ein Land, aus dem Millionen Menschen vor eben dieser Krise geflohen sind, überlagern sich damit zwei Notlagen. Manche Rückkehrer kommen jetzt nur heim, um ihre Toten zu begraben.