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Foto: New York Times

Welt·14. September 2026

Golfstaaten-Treffen zur Straße von Hormus in Oman verschoben

Oman verschiebt das für Montag geplante Treffen mit dem Iran und den Golfstaaten über die Straße von Hormus, während Bahrain seine Teilnahme absagt.

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Das für Montag angesetzte Außenministertreffen der Golfstaaten in der omanischen Stadt Salalah ist verschoben worden. Der omanische Außenminister Badr al-Busaidi begründete den Schritt „im Interesse des Konsenses". Bei dem Treffen wollten Iran und Oman eine Vereinbarung über die Zukunft der Straße von Hormus vorstellen.

Die Meerenge ist seit dem 28. Februar weitgehend blockiert, als die USA und Israel Angriffe auf den Iran begannen und einen regionalen Krieg auslösten. Ein im Juni geschlossenes Abkommen zwischen Washington und Teheran scheiterte am Streit über Hormus. Seither verlangt der Iran von Schiffen eine Genehmigung zur Durchfahrt und erwägt, Gebühren zu erheben. Schiffe, die sich nicht daran halten, werden regelmäßig angegriffen.

Nach Angaben Teherans waren der Irak und weitere Golfstaaten zu den Beratungen eingeladen, doch kein Land der Region hatte seine Teilnahme bestätigt. Bahrain, das im Krieg iranischen Raketenangriffen ausgesetzt war, sagte vorab ab. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten statt des Außenministers nur einen Staatssekretär entsenden. Nach Darstellung der iranischen Agentur Mehr sollten die übrigen Golfstaaten lediglich über die Einzelheiten der Vereinbarung informiert werden. Vorläufige Schiffsdaten zeigten, dass die Zahl der Durchfahrten am Wochenende auf einen einstelligen Wert pro Tag fiel, deutlich unter dem Zehn-Tage-Schnitt von 14.

Einen neuen Termin nannte al-Busaidi nicht. Zeitgleich hielt Saudi-Arabien seine wichtigste Ost-West-Pipeline nach einem Drohnenangriff vom Freitag geschlossen, weshalb die Ölpreise zu Wochenbeginn stiegen. Wann die Gespräche über die Meerenge wieder aufgenommen werden, blieb zunächst unklar.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Jede Lösung kollidiert mit legitimen Interessen auf beiden Seiten. Der Iran pocht auf Souveränität über seine Küstengewässer, die Anrainer auf freie Durchfahrt, und ein erzwungenes Abkommen ohne Bahrain und die Emirate wäre kaum stabiler als der jetzige Schwebezustand. Wer nur eine Seite bedient, verschiebt das Problem, statt es zu lösen.

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Was fehlt

Welche konkreten Bedingungen die geplante iranisch-omanische Vereinbarung über Hormus enthielt, nennt keine der Quellen. Ohne diese Details bleibt offen, warum die Golfstaaten der Beratung fernblieben.

Redaktionelle Einordnung

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öl-Transportrouten der Welt; normalerweise passiert sie rund ein Fünftel des global gehandelten Öls. Solange die Meerenge blockiert bleibt, wirkt jede diplomatische Verzögerung unmittelbar auf die Energiepreise in Europa.

Um die Ecke gedacht

Während die Gespräche über Hormus stocken, haben die mit Teheran verbündeten Huthi zuletzt ihre Kontrolle über eine zweite Meerenge ausgebaut, das Bab al-Mandab. Zwei der weltweit wichtigsten Öl-Nadelöhre liegen damit zugleich im Einflussbereich einer Konfliktpartei. Ob das den Zeitpunkt der Absage erklärt?