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Welt·11. September 2026

Saudi-Arabien schaltet Ost-West-Ölpipeline nach Drohnenangriffen aus dem Irak vorsorglich ab

Saudi-Arabien legt seine Ost-West-Ölpipeline still, nachdem Drohnen aus dem Irak sie trafen und der Umweg um die blockierte Straße von Hormus damit ausfällt.

Saudi-Arabien hat seine Ost-West-Ölpipeline abgeschaltet. Das Energieministerium sprach über die staatliche Agentur SPA von einer Vorsichtsmaßnahme, nachdem Drohnen die Leitung in den Regionen Riad und Medina getroffen hatten. Nach Angaben des Außenministeriums wurden mehrere Menschen verletzt.

Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline verbindet die Ölfelder am Persischen Golf mit dem Roten Meer. Seit Beginn des Iran-Kriegs kommt ihr besondere Bedeutung zu, weil die Straße von Hormus für Handelsschiffe faktisch blockiert ist. Riad nutzt die Leitung, um diesen Engpass zu umgehen. Gebaut wurde sie bereits in den 1980er-Jahren.

Das Außenministerium äußerte seine "schärfste Verurteilung" und teilte mit, die Drohnen seien vom Irak aus gestartet worden. Zwei US-Vertreter berichteten dem Sender CNN von Bränden an zwei Pumpstationen. Wie lange die Reparatur dauert, blieb offen. Bagdad ordnete daraufhin eine Untersuchung an und will die Verantwortlichen ermitteln lassen. Riad erklärte, vorerst auf Vergeltung zu verzichten, behalte sich dieses Recht aber vor.

Zeitgleich haben die Huthi nach Regierungsangaben die gesamte jemenitische Rotmeerküste eingenommen und nähern sich der Kontrolle über Bab al-Mandab. Damit stehen beide Ausfuhrrouten für saudisches Öl zugleich unter Druck. Wer hinter dem Drohnenangriff steckt, benannte das Königreich nicht.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Riads Zurückhaltung ist weniger Schwäche als Abwägung zwischen zwei schlechten Optionen. Eine Vergeltung gegen Ziele im Irak würde einen weiteren Nachbarn in den Konflikt ziehen, während Untätigkeit die eigene Infrastruktur ungeschützt lässt. Dass Riad Bagdad ermitteln lässt, verlagert das Problem, statt es zu lösen - jede Antwort erzeugt hier eine Gegenreaktion.

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Was fehlt

Keine der Quellen benennt, wie viel Öl konkret über die Leitung fließt und wie stark der Ausfall die saudischen Exporte tatsächlich drosselt. Ohne diese Menge bleibt offen, ob die Abschaltung ein Symbol oder eine spürbare Angebotslücke ist.

Redaktionelle Einordnung

Die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandab zählen zu den wichtigsten Öl-Transportwegen der Welt. Fällt die Ost-West-Pipeline als Ausweichroute an Land aus, während zugleich beide Seewege bedroht sind, verengt sich Saudi-Arabiens Spielraum für den Ölexport deutlich.

Um die Ecke gedacht

Die Pipeline wurde laut Deutschlandfunk bereits Ende Juli aus dem Irak attackiert, wo iranfreundliche Milizen operieren. Dass Riad nun trotz eines zweiten Angriffs binnen weniger Wochen auf Vergeltung verzichtet und stattdessen Bagdad ermitteln lässt, fällt aus dem Muster früherer saudischer Reaktionen. Kalkül oder Rücksicht auf einen ohnehin überlasteten Konflikt?