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Foto: NZZ

Welt·12. September 2026

Trump macht Iran für Angriff auf saudische Pipeline verantwortlich, Teheran stellt Hormuz-Öffnung in Aussicht

Trump macht den Iran für den Drohnenangriff auf Saudi-Arabiens abgeschaltete Ölpipeline verantwortlich, der Irak schließt drei Grenzübergänge zum Iran.

Frühere Artikel
  • Saudi-Arabien schaltet Ost-West-Ölpipeline nach Drohnenangriffen aus dem Irak vorsorglich ab

US-Präsident Donald Trump macht den Iran für den Angriff auf Saudi-Arabiens wichtigste Ölpipeline verantwortlich. "Ich denke, sie sind es wahrscheinlich", sagte er in Dublin auf die Frage nach der Urheberschaft. Die Drohnenangriffe hatten die Ost-West-Pipeline des Königreichs außer Betrieb gesetzt.

Die Leitung transportiert Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer und umgeht damit die durch den Iran-Krieg blockierte Straße von Hormuz. Seit Kriegsbeginn ist sie zu einer zentralen Ader für saudische Exporte geworden. Zusätzlich verschärfen die Houthi-Rebellen die Lage: Sie nahmen eine Insel in der Meerenge Bab al-Mandab ein, durch die rund zwölf Prozent des Welthandels laufen.

Saudi-Arabien führt den Angriff auf mehrere aus dem Irak gestartete Drohnen zurück. Die irakische Regierung bestätigte, dass die Angriffe von ihrem Gebiet ausgingen, entließ einen Kommandeur und schloss drei Grenzübergänge zum Iran, darunter Schalamtsche und al-Schib. Verdächtigt werden lokale, vom Iran unterstützte Milizen. Bagdad hatte diesen Gruppen eine Frist bis zum 30. September zur Entwaffnung gesetzt, die mehrere ablehnen. Teheran stellte unterdessen laut eigenen Angaben eine Öffnung der Straße von Hormuz in Aussicht.

Die Folgen zeigen sich sofort am Markt. Der Ölpreis stieg wieder auf über 100 Dollar je Barrel, blieb aber unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar von Ende April. In Deutschland kostete Diesel im Schnitt 2,56 Euro pro Liter. Wie schwer die Pumpstationen beschädigt sind und wann die Pipeline wieder anläuft, ist offen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Der Irak sitzt in der Falle zwischen zwei Nachbarn und den eigenen Milizen. Bagdad muss den Angriff verurteilen und aufklären, kann die vom Iran gestützten Gruppen aber kaum kontrollieren - die Grenzschließungen zeigen die Ohnmacht mehr als die Stärke. Jede harte Reaktion riskiert einen inneren Konflikt, jede weiche einen äußeren.

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Was fehlt

Eine unabhängige Bestätigung dafür, wer den Angriff befahl, fehlt; die Zuschreibung an den Iran stammt bislang von Trump und aus israelischen Berichten, während Teheran sich nicht dazu geäußert hat.

Redaktionelle Einordnung

Die Ost-West-Pipeline durchquert Saudi-Arabien auf rund 1.200 Kilometern und dient als Umgehung der Straße von Hormuz, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls verschifft wird. Fallen beide Routen zugleich aus, trifft das den globalen Ölmarkt unmittelbar.

Um die Ecke gedacht

Der Angriff kam aus dem Irak, ausgerechnet kurz vor Ablauf der Bagdader Frist zum 30. September, bis zu der sich die vom Iran unterstützten Milizen entwaffnen sollen. Ob der Zeitpunkt Zufall ist, lässt sich schwer sagen - er erhöht den Druck auf eine Regierung, die diese Gruppen ohnehin kaum kontrolliert.