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Welt·14. September 2026

Huthi rücken auf Marib und Taiz vor – über 80.000 Menschen vertrieben

Die Huthi rücken auf die regierungstreuen Städte Marib und Taiz vor, während Berichten zufolge mehr als 80.000 Menschen vor den Kämpfen fliehen.

Frühere Artikel
  • Wieder heftige Kämpfe im Jemen – Huthi melden Angriff auf saudischen Stützpunkt Scharura

Im Jemen haben die Huthi ihren Vorstoß gegen die von Saudi-Arabien gestützte Regierung verstärkt und rücken nach eigenen Angaben auf die Provinz Marib und die Stadt Taiz vor. Al Jazeera berichtet aus Sanaa von sich verschärfenden Gefechten. Berichten zufolge sind im Zuge der neuen Offensive mehr als 80.000 Menschen geflohen.

Marib liegt rund 120 Kilometer östlich der von den Huthi kontrollierten Hauptstadt Sanaa und gilt als eine der letzten großen Hochburgen der international anerkannten Regierung im Norden. Die Provinz ist reich an Öl und Gas. Der Krieg dauert seit 2014 an und gilt als eine der schwersten humanitären Krisen der Welt.

Im Verlauf der Woche brachte die Bewegung, die sich offiziell Ansarallah nennt, nach eigener Darstellung große Küstenabschnitte unter Kontrolle. Dazu zählen die Häfen Mokha und Dhubab sowie die Insel Mayyun am Eingang zur Meerenge Bab al-Mandab. Am Wochenende meldete sie neue Vorstöße bei Taiz, das über eine einzige Fernstraße mit dem übrigen Regierungsgebiet verbunden bleibe. Zugleich berichtet die Miliz von mehr als 100 saudischen Luftangriffen. Diese Angaben stammen überwiegend aus huthinahen und aus russischen Staatsmedien und sind unabhängig kaum überprüfbar.

Ein Fall Maribs würde das Kräfteverhältnis im Norden deutlich verschieben. Ob die Regierungskräfte die Stadt halten können, ist offen. Sicher ist, dass die Zahl der Vertriebenen mit jedem Tag der Kämpfe steigt.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Marib ist zugleich humanitärer Brennpunkt und strategischer Preis, und das macht jede Antwort schwer. Wer nur militärisch stützt, verlängert die Kämpfe; wer nur auf Waffenruhe setzt, könnte den Huthi den Norden überlassen. Dass die Angaben zur Lage überwiegend von den Kriegsparteien stammen, erschwert selbst die nüchterne Bewertung.

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Was fehlt

Die Zahl von mehr als 80.000 Vertriebenen ist nicht unabhängig bestätigt und stützt sich auf huthinahe und russische Angaben. Eine Einordnung durch Hilfsorganisationen wie die UN oder das IKRK sowie eine Stellungnahme der Regierung fehlen in den Quellen.

Redaktionelle Einordnung

Marib ist die letzte große von der Regierung gehaltene Stadt im Norden Jemens und wegen ihrer Öl- und Gasvorkommen strategisch zentral. Fällt sie, kontrollieren die Huthi faktisch den gesamten dicht besiedelten Norden des Landes.

Um die Ecke gedacht

Die Offensive greift nicht nur an Land aus. Mit der Insel Mayyun sicherten die Huthi zugleich einen Punkt an der Meerenge Bab al-Mandab, während in derselben Woche auch die Straße von Hormus unter Beschuss geriet. Zwei der wichtigsten Öl-Nadelöhre stehen damit gleichzeitig unter Druck.