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Merz trennt sich nach CDU-Wahlniederlage von Vize-Generalsekretaerin Stumpp
Nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt setzt Merz den Rücktritt seiner Vize-Generalsekretärin Stumpp durch, die ihn zuvor noch dementiert hatte.
Christina Stumpp verliert ihren Posten als stellvertretende Generalsekretärin der CDU. Parteichef Friedrich Merz setzte den Wechsel am Freitagabend durch. Noch drei Tage zuvor hatte Stumpp öffentlich dementiert, dass sie gehen werde.
Merz hatte den Posten der stellvertretenden Generalsekretärin vor vier Jahren eigens geschaffen. Stumpp wurde im September 2022 vom Parteitag gewählt und sollte vor allem die Verbindung zur kommunalen Ebene stärken. Der Rückzug kommt wenige Tage nach der Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
In der Mitteilung der Partei heißt es, beide hätten "in persönlichen Gesprächen gemeinsam entschieden", dass Stumpp ihr Amt am 21. September niederlegt - einen Tag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Als kommissarischen Nachfolger will Merz den Thüringer Abgeordneten Michael Hose vorschlagen, einen früheren Lehrer und Schulleiter. Merz erklärte, Stumpp habe "sehr gute Arbeit geleistet", die Partei müsse aber West- und Ostdeutschland "noch stärker personell abbilden". Medienberichten zufolge hatte Merz ihr den Rücktritt nahegelegt, Stumpp war zunächst nicht bereit zu gehen.
Zugleich wächst in der CDU die Kritik an Merz. Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels CDA, Radtke, warf ihm vor, die Partei zu konservativ aufgestellt zu haben. Wie sich der Wechsel auf die parteiinterne Debatte über Merz' Führungsstil auswirkt, zeigt sich frühestens nach den Wahlen am 21. September.
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Merz steht vor einem echten Zielkonflikt zwischen personeller Kontinuität und regionaler Balance. Bindet er den Osten stärker ein, düpiert er verdiente Kräfte aus dem Westen; hält er an ihnen fest, wirkt die Partei im Osten fremd - genau dort, wo sie gerade verliert. Jede Lösung erzeugt an anderer Stelle neuen Unmut.
Was Stumpp selbst zu den Gründen ihres Rückzugs sagt, kommt in keiner der Quellen vor - alle Angaben stammen aus der Parteimitteilung und aus Merz' Umfeld. Auch bleibt offen, ob inhaltliche Differenzen oder allein die Ost-West-Balance den Ausschlag gaben.
Die stellvertretende Generalsekretärin ist in der CDU-Zentrale für Parteiorganisation und Wahlkampf mitverantwortlich. Ein erzwungener Wechsel auf diesem Posten unmittelbar nach einer Wahlniederlage und vor zwei weiteren Landtagswahlen trifft die Partei an einer organisatorisch heiklen Stelle.
Merz hatte den Posten der Vize-Generalsekretärin vor vier Jahren selbst geschaffen - nun lässt er ihn faktisch neu besetzen. Dass der Rücktritt ausgerechnet auf den Tag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern datiert ist, hält die Personaldebatte bis zum letzten Wahltag aus den Schlagzeilen. Planung oder Zufall?