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Dangote-Raffinerie startet mit Milliardenvolumen Afrikas größten Börsengang
Aliko Dangote startet mit Anteilen seiner Lagos-Raffinerie den größten Börsengang der afrikanischen Geschichte und will bis zu 2,1 Milliarden Dollar einsammeln.
Aliko Dangote, der reichste Mensch Afrikas, hat den größten Börsengang in der Geschichte des Kontinents gestartet. Der nigerianische Unternehmer bietet Anteile an seiner Ölraffinerie bei Lagos zum Kauf an. Er nennt es einen „people's IPO“, mit dem gewöhnliche Nigerianer am Erfolg der Anlage teilhaben sollen.
Nigeria ist Afrikas größter Rohölproduzent, musste Treibstoff aber jahrzehntelang importieren, weil eigene Raffineriekapazität fehlte. Das änderte sich 2024, als Dangotes Anlage nach mehr als zehn Jahren Bau und rund 20 Milliarden Dollar Kosten in Betrieb ging. Heute deckt sie nach Unternehmensangaben über 70 Prozent des nigerianischen Energiebedarfs.
Das Angebot umfasst 4,1 Milliarden neue Aktien zu je 525 Naira, umgerechnet etwa 34 Cent. Nach Angaben Dangotes sollen so rund 1,6 Milliarden Dollar zusammenkommen, die BBC beziffert das mögliche Volumen auf bis zu 2,1 Milliarden Dollar. Mindestens zehn Aktien muss zeichnen, wer mitmachen will. Mit dem Erlös will Dangote die Kapazität von 700.000 auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag verdoppeln und die Anlage damit zur größten der Welt machen, vor der Raffinerie im indischen Jamnagar.
Das Angebot läuft bis Mitte Oktober, der Handel soll im November beginnen. Ein befragter Wirtschaftsexperte warnte Kleinanleger, nur Geld einzusetzen, das sie „drei, vier, fünf Jahre“ nicht brauchen, und vor Betrügern. Kurz nach dem Start brach die Handels-App Bamboo unter dem Ansturm zusammen.
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Nigeria tauscht die Abhängigkeit von Treibstoffimporten gegen die Abhängigkeit von einem einzigen Konzern. Eine Raffinerie, die über 70 Prozent des Energiebedarfs deckt, ist strategisch unverzichtbar und zugleich ein Klumpenrisiko: Fällt sie aus oder diktiert sie Preise, gibt es keine Alternative. Der breite Streubesitz ändert daran wenig, solange die Kontrolle bei der Dangote Group bleibt.
Wie die rund drei Prozent Streubesitz mitbestimmen können und welche Rechte Kleinanleger gegenüber der Dangote Group behalten, bleibt in den Quellen offen. Auch unabhängige Stimmen zur Bewertung von umgerechnet rund 47 Milliarden Dollar fehlen; die Zahlen stammen bislang von Dangote und Analysten wie Bloomberg.
Nigeria fördert zwar am meisten Rohöl in Afrika, hatte aber jahrzehntelang kaum eigene Raffinerien und musste raffinierten Treibstoff teuer importieren. Dangotes Anlage in der Lekki-Freihandelszone hat das gedreht: Das Land ist inzwischen Nettoexporteur und liefert unter anderem Kerosin nach Europa und in die USA.
Dass ausgerechnet jetzt Rekordsummen in die Raffinerie fließen, hat auch mit dem Krieg gegen den Iran zu tun. Weil Öl- und Kerosinpreise steigen, war Dangote im April laut Business Insider Africa zeitweise der weltgrößte Kerosin-Exporteur. Der Börsengang legte prompt Nigerias Fintech-Infrastruktur lahm, die Handels-App Bamboo ging Minuten nach dem Start in die Knie.