
US Space Force bestätigt erstmals Waffen im Orbit
Die US Space Force räumt erstmals ein, Waffen im Orbit stationiert zu haben, nennt aber weder Art noch Zahl der Systeme.
Die US-Weltraumstreitkraft Space Force hat am Montag zum ersten Mal öffentlich bestätigt, dass die Vereinigten Staaten Waffen im Orbit stationiert haben. Ein Sprecher sprach von "Weltraumkontrollwaffen im Orbit, die die Streitkräfte gegen feindliche Handlungen verteidigen können". Konkrete Angaben zu Art, Zahl oder Standort der Systeme machte die Space Force nicht.
Die USA hatten die Space Force 2019 als eigene Teilstreitkraft gegründet, um auf die wachsende militärische Konkurrenz im All zu reagieren. Als Hauptrivalen nennt die Behörde China und Russland. Peking entwickle Weltraum- und Anti-Satelliten-Fähigkeiten im Rahmen seiner Militärmodernisierung, während Moskau den Weltraum als Kriegsschauplatz betrachte. Die Militarisierung des Alls reicht bis zum Start von Sputnik 1957 zurück, als Washington und Moskau begannen, Satelliten zu bewaffnen und zu bekämpfen.
Die Waffen ließen sich "mit kinetischen und nicht-kinetischen Mitteln" einsetzen, erklärte der Sprecher, und zwar "zu offensiven wie defensiven Zwecken". Was das im Einzelnen bedeutet, blieb offen. Ein Großteil der Weltwirtschaft hängt an Satelliteninfrastruktur für Navigation, Kommunikation und Überwachung. Deshalb gilt die Kontrolle über den Orbit inzwischen als Kernfrage nationaler Sicherheit.
Offen bleibt, wie Russland und China auf die Bestätigung reagieren. Ein verbindliches Abkommen, das über den Weltraumvertrag von 1967 hinaus auch konventionelle Waffen im All begrenzt, existiert bislang nicht. Damit verschiebt sich die Debatte über Rüstungskontrolle auf einen Bereich, für den bisher kaum Regeln gelten.
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Der eigentliche Zielkonflikt liegt darin, dass Schutz und Eskalation hier kaum zu trennen sind. Jede kinetische Waffe, die einen gegnerischen Satelliten trifft, erzeugt Trümmer, die die eigenen Systeme in derselben Umlaufbahn gefährden. Sicherheit im All lässt sich deshalb nicht einseitig herstellen, ohne die Grundlage für alle zu untergraben.
Die Quellen nennen weder Art, Zahl noch Stationierungszeitpunkt der Waffen. Eine Reaktion Russlands, Chinas oder unabhängiger Rüstungskontroll-Fachleute fehlt vollständig.
Satelliten steuern heute Navigation, Kommunikation, Frühwarnung und Finanztransaktionen; wer sie ausschalten kann, trifft Militär und Zivilbevölkerung zugleich. Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet nur Massenvernichtungswaffen im Orbit, konventionelle Waffen dagegen nicht.
Jahrelang warnten die USA öffentlich vor chinesischen und russischen Anti-Satelliten-Waffen und verurteilten Moskaus Abschusstest von 2021, der große Mengen Weltraumschrott erzeugte. Nun bestätigt Washington selbst Waffen im Orbit. Ob die späte Offenheit eher der Abschreckung dient als der Transparenz?