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US-Gericht stoppt Paramount-Warner-Bros.-Übernahme vorübergehend
Eine US-Bundesrichterin stoppt die 110-Milliarden-Dollar-Fusion von Paramount und Warner Bros. für zwei Wochen, nachdem zwölf Bundesstaaten geklagt haben.
Eine US-Bundesrichterin hat die geplante Fusion der Medienkonzerne Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery vorerst gestoppt. Der Zusammenschluss hat ein Volumen von rund 110 Milliarden Dollar. Richterin Araceli Martínez-Olguín setzte den Deal am Montag für zunächst 14 Tage aus.
Auslöser ist eine Klage von zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens, eingereicht vor einer Woche. Sie berufen sich auf ein Bundesgesetz, das Fusionen untersagt, wenn diese den Wettbewerb erheblich verringern. Die US-Regierung hatte den Zusammenschluss im Juni ohne Auflagen genehmigt. Laut «Wall Street Journal» winkte die Ministeriumsführung den Deal durch, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten.
Die Bundesstaaten argumentieren, die Fusion verzerre den Wettbewerb bei Kinofilmen und setze Lichtspielhäuser sowie Kabelanbieter unter Druck. «Dies ist ein entscheidender erster Erfolg», erklärte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Die Richterin sah ernsthafte Fragen aufgeworfen und verwies auf das öffentliche Interesse an der Kartellrechtsdurchsetzung. Der Zusammenschluss würde die Sender CBS und MTV mit CNN und HBO sowie die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max vereinen. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, eines bekannten Unterstützers von Präsident Trump.
Für Paramount kann die Verzögerung teuer werden, denn der Konzern sagte den Warner-Aktionären für jedes Quartal nach dem 30. September zusätzliche Zahlungen von rund 650 Millionen Dollar zu. In den kommenden zwei Wochen verhandelt das Gericht über eine längerfristige Verfügung. Die Bundesstaaten wollen den Deal dauerhaft verhindern.
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Die eigentliche Streitfrage ist, wie man den relevanten Markt überhaupt definiert. Betrachtet man nur erwartbare Kinokassenschlager, wirkt die Fusion bedrohlich; zählt man Streaming, YouTube und globale Plattformen dazu, schrumpft der gemeinsame Marktanteil erheblich. An dieser Abgrenzung entscheidet sich der Fall, und beide Lesarten haben ihre Berechtigung.
Paramount und Warner Bros. Discovery gehören zu den größten Studios Hollywoods; ihre Fusion würde eines der umfangreichsten TV- und Streaming-Portfolios der Branche schaffen, samt des Nachrichtensenders CNN. Ursprünglich hatte im Vorjahr Netflix das Warner-Geschäft übernehmen wollen, ehe die Trump-nahe Ellison-Familie den Zuschlag erhielt.
Die Bundesregierung genehmigte den Deal im Juni ohne Auflagen, laut «Wall Street Journal» noch bevor die Fachjuristen des Ministeriums votieren konnten. Gestoppt wird er nun ausgerechnet von zwölf demokratisch regierten Bundesstaaten, während hinter Paramount mit Larry Ellison ein bekannter Trump-Unterstützer steht. Ob die Kartellfrage hier auch eine parteipolitische ist?