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Libanesische Armee rückt in Pilotzone im Südlibanon ein, Israel beginnt Truppenabzug
Die libanesische Armee rückt in Zawtar al-Gharbija ein und übernimmt eine erste Pilotzone, aus der sich Israels Truppen schrittweise zurückziehen.
Die libanesische Armee ist in die Ortschaft Zawtar al-Gharbija in der Region Nabatijeh vorgerückt. Damit übernimmt sie die erste von drei Pilotzonen im Südlibanon, aus denen sich die israelischen Streitkräfte zurückziehen. Zuvor hatte die Armee nach US-Angaben bereits begonnen, die Kontrolle über die Dörfer Froun und Srifa zu übernehmen.
Hintergrund ist eine Rahmenvereinbarung, auf die sich Israel und der Libanon im Juni nach jahrzehntelangem Kriegszustand in Washington geeinigt hatten. Das Abkommen sieht vor, dass die libanesische Armee die Sicherheit in den Gebieten garantiert und die Hisbollah entwaffnet. Im Gegenzug zieht sich Israel etappenweise aus dem Südlibanon zurück. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert.
Das US-Außenministerium nannte den Truppenwechsel ein direktes Ergebnis der direkten Verhandlungen zwischen beiden Ländern. Präsident Joseph Aoun reiste zeitgleich nach Washington, um mit Präsident Donald Trump zu sprechen. Libanesische Medien zeigten Armeefahrzeuge mit der Nationalflagge, die in Zawtar al-Gharbija einfuhren. Die Hisbollah war an den Gesprächen nicht beteiligt und weist die Vereinbarung zurück. Sie verlangt zunächst einen vollständigen Rückzug Israels.
Ob sich das Modell auf weitere Zonen übertragen lässt, hängt davon ab, ob Beirut die Entwaffnung durchsetzen kann. Einige zurückgekehrte Bewohner erklärten, ihre Dörfer seien nie besetzt gewesen. Damit bleibt offen, wie weit die israelische Präsenz im Süden tatsächlich reicht und wie belastbar der schrittweise Abzug ist.
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Das Modell steht und fällt mit einem Akteur, der nicht am Tisch saß. Israel und der Libanon können den Ablauf vereinbaren, doch die Entwaffnung betrifft die Hisbollah, die die Vereinbarung ablehnt. Ein Test in kaum umkämpften Zonen sagt wenig darüber aus, wie das Verfahren in den Hochburgen der Miliz funktionieren würde.
Israel und die Hisbollah führten zuletzt 2024 einen offenen Krieg im Libanon; die im Juni geschlossene Rahmenvereinbarung ist der erste Versuch, den israelischen Rückzug an eine Entwaffnung der Miliz zu koppeln — ohne dass die Hisbollah selbst zugestimmt hätte.
Auffällig ist der Widerspruch am Boden: Mehrere zurückkehrende Bewohner sagen, ihre Dörfer seien nie besetzt gewesen. Wenn aber in den ersten Pilotzonen kaum israelische Truppen abzuziehen sind, stellt sich die Frage, wie aussagekräftig dieser Test für die umkämpften Kerngebiete überhaupt ist.