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Technologie·20. Juli 2026

Netflix zahlte 587 Millionen Dollar für Ben Afflecks KI-Filmstartup InterPositive

Netflix zahlte laut einer Börsenmitteilung 587 Millionen Dollar für InterPositive, das KI-Startup von Schauspieler und Regisseur Ben Affleck.

Netflix hat für das KI-Filmstartup InterPositive 587 Millionen Dollar in bar bezahlt. Das geht aus einer aktuellen Börsenmitteilung des Streamingkonzerns hervor. Mitgegründet wurde das Unternehmen vom Schauspieler und Regisseur Ben Affleck.

Angekündigt worden war die Übernahme bereits im März, damals allerdings ohne Angaben zum Preis. Ein Bericht von Bloomberg hatte den Wert des Geschäfts anschließend auf bis zu 600 Millionen Dollar geschätzt. Die tatsächliche Summe liegt nun knapp darunter. Für Netflix ist es ein weiterer Schritt, generative KI fest in die eigene Produktion einzubinden.

Nach Angaben von Affleck helfen die Werkzeuge von InterPositive dabei, Aufnahmen in der Postproduktion zu verbessern, etwa bei fehlenden Einstellungen, ausgetauschten Hintergründen oder falscher Beleuchtung. Der gesamte Gründungsstab wechsele zu Netflix, Affleck selbst komme als Senior Advisor an Bord. Den Verkauf begründete er damit, er wolle "die Kraft menschlicher Kreativität schützen". In seinem jüngsten Geschäftsbericht gab Netflix an, dass rund 300 Titel bereits generative KI eingesetzt hätten.

Der Kauf fällt in eine Phase wachsender Skepsis gegenüber KI in der Kreativbranche. In Hollywood hatten Streiks von Drehbuchautoren und Schauspielern 2023 auch den Einsatz solcher Technologien zum Streitthema gemacht. Ob sich Kostensenkung und der von Affleck betonte Schutz menschlicher Kreativität vereinbaren lassen, bleibt offen.

Perspektiven

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Kostensenkung und Kreativitätsschutz sind hier zwei Seiten derselben Medaille, die sich widersprechen. Netflix nutzt KI bereits in rund 300 Titeln und zahlt zugleich einen dreistelligen Millionenbetrag für mehr davon, während Affleck den Schutz des Menschlichen betont. Welche Seite sich durchsetzt, hängt weniger von der Technik ab als davon, wo Publikum und Aufsicht Grenzen ziehen.

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Redaktionelle Einordnung

Generative KI ist in Hollywood seit den Streiks von 2023 hochumstritten, weil viele Schauspieler, Autoren und Technikerinnen um ihre Arbeitsplätze fürchten. Dass ausgerechnet Netflix Hunderte Millionen Dollar für eine solche Technologie zahlt, zeigt, wie stark der Kostendruck die Branche zur Automatisierung treibt.

Um die Ecke gedacht

Affleck verkauft eine KI-Firma und begründet das ausgerechnet mit dem Schutz menschlicher Kreativität. Zugleich räumt Netflix ein, bereits in rund 300 Titeln generative KI genutzt zu haben. Ob sich beides verträgt, dürfte weniger die Technik entscheiden als die Frage, wer am Ende im Abspann steht.