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Kommunalwahl in Niedersachsen: CDU vorn, AfD verdreifacht sich, Hannover in Stichwahl
Bei der Kommunalwahl in Niedersachsen bleibt die CDU laut Hochrechnung mit 27,7 Prozent stärkste Kraft, doch nur AfD und Linke gewinnen dazu.
Die CDU bleibt in Niedersachsen laut einer NDR-Hochrechnung von Infratest dimap mit 27,7 Prozent stärkste Kraft. Dazugewinnen konnten bei der Kommunalwahl am Sonntag jedoch nur AfD und Linke. Die Union verlor rund vier Punkte, die SPD kam auf 24,5 Prozent und büßte 5,5 Punkte ein.
Die Wahl galt als Stimmungstest, denn sie fiel in die Debatte um Bundeskanzler Friedrich Merz und folgte kurz auf das schwache CDU-Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Rund 6,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, fast 2200 Kommunalparlamente sowie etwa 400 Landräte und Bürgermeister zu bestimmen. Bereits 2021 hatte die CDU landesweit knapp vor der SPD gelegen. Diesmal aber verschob sich das Kräfteverhältnis am rechten Rand.
Die AfD sprang der Hochrechnung zufolge von 4,6 auf 16,5 Prozent und verdreifachte damit ihr Ergebnis. Landeschef Ansgar Schledde nannte seine Partei den „eindeutigen Gewinner des Abends“ und erklärte, die AfD sei „seit heute Kommunalpartei“. CDU-Landeschef Sebastian Lechner räumte ein, seine Partei habe ein „Glaubwürdigkeitsproblem“ und den Unmut über Berlin gespürt. In Hannover verpasste der grüne Oberbürgermeister Belit Onay mit rund 45,5 Prozent die absolute Mehrheit und muss in zwei Wochen in die Stichwahl gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe. In Wolfsburg holte Amtsinhaber Dennis Weilmann von der CDU mit 50,1 Prozent direkt eine weitere Amtszeit.
Das vorläufige Endergebnis wird erst am Montagmorgen erwartet. Zahlreiche Oberbürgermeisterämter, darunter in Braunschweig, Oldenburg und Göttingen, entscheiden sich erst in den Stichwahlen am 27. September. Für die CDU stellt sich die Frage, ob sie ihre Spitzenposition halten kann, sobald alle Kreistags- und Stadtratsstimmen ausgezählt sind.
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Ein einzelnes Landesergebnis trägt selten die ganze bundespolitische Last, die ihm zugeschrieben wird. Der Amtsbonus sicherte Dennis Weilmann in Wolfsburg 50,1 Prozent, während dieselbe CDU landesweit vier Punkte verlor. Wer beide Ebenen vermischt, schreibt lokalem Personalangebot und Berliner Streit dieselbe Ursache zu und verfehlt beide.
Die Wahlbeteiligung nennt keine der Quellen, obwohl sie für die Einordnung der kommunalen Zugewinne zentral wäre. Zudem beruhen die Landeszahlen auf einer Hochrechnung; das vorläufige Endergebnis wird erst am Montag erwartet.
Kommunalwahlen in Niedersachsen gelten als Stimmungstest vor der Landtagswahl 2027; 2021 lag die CDU hier landesweit knapp vor der SPD. Der Sprung der AfD von 4,6 auf 16,5 Prozent ist ihr bislang stärkstes Kommunalergebnis in dem westdeutschen Flächenland.
In Hannover regierte die SPD seit dem Krieg fast ununterbrochen, hier landete ihr Kandidat nun weit hinter dem grünen Amtsinhaber. Auch in Göttingen, das zuletzt drei SPD-Oberbürgermeister stellte, zog die Partei nicht einmal in die Stichwahl ein. Ob das an lokalen Gründen liegt oder der Bundestrend durchschlägt, dürfte erst das Endergebnis zeigen.