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Foto: BBC News

Welt·14. September 2026

Fähre kentert in der Javasee vor Indonesien – rund 130 Menschen vermisst

Vor Indonesien kentert die Fähre Virgo Transport 8 in der Javasee bei schwerem Wetter, sechs Menschen sterben und rund 130 werden vermisst.

Vor der indonesischen Insel Java ist am Sonntag die Passagierfähre „Virgo Transport 8“ in schwerer See gekentert. Sechs Menschen kamen ums Leben, rund 130 werden vermisst. An Bord waren nach dem Schiffsmanifest 243 Menschen, 213 Passagiere und 30 Besatzungsmitglieder.

Das 119 Meter lange Schiff war von Surabaya auf Java in die Stadt Banjarmasin auf Borneo unterwegs. Rund 148 Kilometer vor dem Ziel meldete der Kapitän Wellen von bis zu drei Metern und ein Krängen des Schiffs, bevor er einen Notruf absetzte. Der Kontakt brach gegen 2 Uhr früh ab, den ersten Notruf erhielten die Behörden gegen 4.10 Uhr.

Die Rettungsbehörde Basarnas zog 280 Einsatzkräfte, acht Schiffe – darunter vier Marineeinheiten – und zwei Hubschrauber zusammen. Bis zum Sonntagnachmittag wurden gut 107 Menschen gerettet. Die Bedingungen blieben gefährlich. „Selbst unser 40 Meter langes Basarnas-Schiff ist stark gefährdet“, sagte Einsatzleiter I Putu Sudayana. Am Hafen von Banjarmasin warteten Angehörige auf Nachricht; eine Frau suchte nach acht Verwandten, die von einer Pilgerreise zurückkehrten.

Die Suche wurde um die letzte bekannte Position ausgeweitet. Erst in dieser Woche war zudem ein Schnellboot mit acht Menschen verschwunden, darunter fünf Journalisten, die den Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau begleiteten. Indonesien besteht aus mehr als 17.000 Inseln, Schiffe sind dort ein zentrales Verkehrsmittel.

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Was fehlt

Warum die Fähre trotz gemeldeter Drei-Meter-Wellen auslief und ob eine Wetterwarnung vorlag, geht aus keiner der Quellen hervor. Auch Angaben zu den an Bord vorhandenen Rettungsmitteln fehlen.

Redaktionelle Einordnung

Indonesien ist mit über 17.000 Inseln stark auf den Schiffsverkehr angewiesen; überladene Fähren und schwer kalkulierbare Wetterlagen in der Javasee führen dort regelmäßig zu schweren Unglücken.

Um die Ecke gedacht

Die genannten Opferzahlen beruhen zunächst auf dem Schiffsmanifest, das in Indonesien oft von der realen Passagierzahl abweicht. Nach dem Untergang der Fähre „Sinar Bangun“ 2018 auf dem Tobasee lag die Zahl der Vermissten deutlich über der offiziellen Liste. Ob die tatsächliche Zahl auch diesmal höher liegt, ist noch offen.