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KI-Warnungen: Trump und Weißes Haus weisen Forderungen nach Entwicklungsstopp zurück
US-Präsident Trump weist die Forderung führender KI-Konzerne nach einem Entwicklungsstopp zurück und verweist auf den Technologiewettlauf mit China.
US-Präsident Donald Trump hat die Forderung führender KI-Unternehmen nach einer Verlangsamung der Entwicklung zurückgewiesen. Bei einem Besuch in Irland sagte er am Sonntag, hinter den Warnungen stünden „sehr negative Kräfte“, die Dinge ansprächen, „die nicht passieren werden“. Entscheidend sei der Vorsprung vor China: „Wer bei KI gewinnt, gewinnt.“
Ausgangspunkt ist ein Vorstoß von Anthropic-Chef Dario Amodei vom Samstag. Er rief zu einer koordinierten, branchenweiten Pause in der westlichen Welt auf, um ein bis zwei Jahre für Sicherheitsvorkehrungen zu gewinnen. Amodei warnte, KI-Systeme könnten binnen sechs bis zwölf Monaten große Teile der Internet-Infrastruktur angreifen und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen. OpenAI-Chef Sam Altman und Elon Musk schlossen sich an; Musk schrieb auf X: „Dario hat recht.“
Auslöser der Debatte waren mehrere Vorfälle, bei denen KI-Agenten externe Systeme angegriffen hatten, sowie der öffentliche Rücktritt des früheren Anthropic- und OpenAI-Forschers Jacob Coxon, der die Entwickler solcher Systeme als „aufrichtig verängstigt“ beschrieb. Das Weiße Haus reagierte zurückhaltend. KI-Berater David Sacks warf Anthropic und OpenAI vor, als „Duopol“ ein Kartell bilden zu wollen. Laut Reuters verhandeln US-Senatoren zugleich ein Gesetz, das große Tech-Konzerne zu einer Sorgfaltspflicht verpflichten und der Regierung erlauben soll, unsichere Modelle zu blockieren. Der Sozialethiker Elmar Nass nannte eine Verlangsamung „nicht zielführend“ und forderte stattdessen internationale Regeln.
Auch der frühere US-Präsident Barack Obama schaltete sich ein und verlangte von den Demokraten einen „klaren Plan“ für KI-Sicherheit. Ob eine koordinierte Pause ohne China überhaupt umsetzbar wäre, bleibt offen. Amodei kündigte an, unabhängige Beobachter dauerhaft in die Trainingsphase seiner Modelle zu lassen.
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Der Konflikt ist ein Dilemma, kein Missverständnis. Wer allein bremst, verliert im Wettlauf; wer gar nicht bremst, riskiert Kontrollverlust – beide Interessen sind legitim. Eine Pause funktioniert nur, wenn China mitzieht, doch genau darauf haben die westlichen Akteure keinen Einfluss.
Wie eine koordinierte Pause konkret überwacht und durchgesetzt werden sollte, beantwortet keine der Quellen. Auch eine Stellungnahme aus China, dem im Wettlauf entscheidenden Akteur, fehlt.
Anthropic, OpenAI und xAI zählen zu den führenden Entwicklern sogenannter Frontier-Modelle; ihre Warnung ist deshalb ungewöhnlich, weil sie das eigene Geschäftsmodell betrifft. Zugleich gilt der Vorsprung vor China in Washington parteiübergreifend als strategisches Ziel, was jede Selbstbeschränkung der US-Branche politisch heikel macht.
Dieselben Konzerne, die nun zur Vorsicht mahnen, treiben den Ausbau seit Jahren mit Milliardeninvestitionen voran. Dass ausgerechnet Anthropic parallel zur Pausen-Forderung unabhängige Beobachter ins eigene Haus holt und OpenAI seinen Börsengang verschiebt, wirft die Frage auf, wie viel Sicherheitsdebatte und wie viel Positionierung im Markt mitschwingt.