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Ölpreis steigt auf rund 107 Dollar – Sprit und Heizöl teurer
Der Brent-Ölpreis steigt auf rund 107 Dollar und treibt die Sprit- und Heizölpreise in Deutschland und der Schweiz auf neue Höchststände.
Die Ölpreise sind zum Wochenstart erneut kräftig gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Montagmorgen rund 107,54 Dollar und lag damit 2,8 Prozent höher als vor dem Wochenende. Die US-Sorte WTI verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 102,34 Dollar. Damit rückt der Brent-Preis wieder an die Marke von 110 Dollar heran.
Hinter dem Anstieg steht die Lage im Nahen Osten. Seit dem im Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran sind die Öl- und Gasmengen auf dem Weltmarkt spürbar knapper geworden. Eine zentrale saudische Pipeline ist abgeschaltet, die Straße von Hormus gilt als faktisch blockiert. Verschärfend kommt hinzu, dass die für den Oman geplanten Gespräche über die Meerenge verschoben wurden.
Für die Verbraucher zeigt sich der Effekt an der Zapfsäule. In Deutschland kostete Super E10 am Samstag laut dem Portal Tankerkönig im Schnitt 2,27 Euro je Liter, Diesel rund 2,40 Euro. In der Schweiz näherte sich der Heizölpreis mit etwa 1,60 Franken je Liter wieder den Höchstständen, nachdem im Juni noch rund 1,10 Franken fällig waren. „Trotz des näher rückenden Winters bleibt die Nachfrage verhalten“, sagte Paolo Righetti vom Verband Swissoil Ticino.
Ob die Preise weiter klettern, hängt vom Verlauf des Konflikts und den verschobenen Gesprächen ab. In Deutschland werden derweil Forderungen nach einer Entlastung der Autofahrer lauter. Solange die wichtigsten Transportwege für Öl unter Druck stehen, bleibt der Markt anfällig für weitere Ausschläge.
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Hinter dem Preisanstieg steht ein Zielkonflikt, den kein einzelnes Instrument auflöst. Wer die Verbraucher entlastet, hält zugleich den Verbrauch hoch und damit den Preis. Wer nur auf das Marktsignal setzt, überlässt einkommensschwache Haushalte einer Belastung, die sie kaum steuern können.
Welche konkreten Entlastungsmaßnahmen die Bundesregierung erwägt und ob die Opec die Förderung ausweiten will, nennt keine der Quellen. Ohne diese Angaben bleibt offen, wie lange die hohen Preise Bestand haben.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt. Jede Störung dort trifft die globale Energieversorgung unmittelbar und schlägt über die Rohölpreise binnen Tagen auf Tankstellen und Heizölrechnungen in Europa durch.
Auffällig ist, dass die Heizölnachfrage trotz nahenden Winters verhalten bleibt. Viele Kunden warten offenbar auf sinkende Preise und wetten damit indirekt auf ein baldiges Ende des Konflikts. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt an den verschobenen Hormus-Gesprächen.