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Inland·21. Juli 2026

BKA-Lagebild: Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder gestiegen, KI treibt Zahlen

Das Bundeskriminalamt zählt 17.126 Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder und meldet bei jugendpornografischen Inhalten einen Anstieg um fast 20 Prozent.

Das Bundeskriminalamt hat für 2025 einen erneuten Anstieg der Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder gemeldet. Insgesamt registrierte die Polizei 17.126 Fälle, ein Zuwachs von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über fünf Jahre betrachtet liegt die Zahl damit rund 1.600 Fälle höher als 2021.

Das in Berlin vorgelegte Bundeslagebild bündelt Anzeigen aus ganz Deutschland und ordnet sie nach Deliktgruppen. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren, bei Jugendlichen zählte die Statistik 1.239 Fälle nach zuvor 1.191. Die Auswertung macht sichtbar, wie stark digitale Tatformen inzwischen das Bild prägen.

Den deutlichsten Sprung verzeichnet die Jugendpornografie mit 11.515 Fällen, nach 9.601 im Jahr zuvor. Das entspricht einem Plus von 19,9 Prozent und einem erneuten Höchstwert. Gut die Hälfte der Tatverdächtigen war selbst minderjährig, oft geht es um Aufnahmen, die 14- bis 17-Jährige selbst erstellen und verbreiten. Als Treiber nennen die Ermittler mehr Meldungen ausländischer Meldestellen und den wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz.

Bei Inhalten mit jüngeren Kindern ging die Zahl der Fälle zurück, während die Gesamtzahl der Gewaltdelikte stieg. In mehr als der Hälfte der Fälle kannten sich Opfer und Täter bereits. Wie groß das nicht angezeigte Dunkelfeld ausfällt, bleibt für die Behörden unklar.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Die Statistik misst Anzeigen, nicht die Wirklichkeit. Mehr Hinweise ausländischer Meldestellen und KI-generierte Inhalte treiben die Zahlen, ohne dass klar ist, wie viel davon neue Taten sind. Wer die Kurve deutet, muss Entdeckungseffekte und reale Zunahme trennen, sonst führt die Reaktion in die falsche Richtung.

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Redaktionelle Einordnung

Als Kinder gelten im Strafrecht Personen unter 14 Jahren, als Jugendliche 14- bis 17-Jährige; ein großer Teil des Anstiegs bei jugendpornografischen Inhalten entfällt auf Aufnahmen, die Minderjährige selbst erstellen und teilen, was Täter- und Opferrolle oft verschwimmen lässt.

Um die Ecke gedacht

Ein Teil des Anstiegs erklärt sich nicht durch mehr Taten, sondern durch mehr Entdeckung: Ausländische Meldestellen wie das US-amerikanische NCMEC liefern immer mehr Hinweise. Ob die Zahlen also eine wachsende Bedrohung abbilden oder ein bislang verborgenes Dunkelfeld sichtbarer wird, lässt sich aus der Statistik allein nicht ablesen.