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Huthi-Miliz kündigt Seeblockade gegen Saudi-Arabien am Bab al-Mandab an
Die mit Iran verbündeten Huthi verhängen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und wollen die Meerenge Bab al-Mandab für saudische Schiffe sperren.
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben eine sofortige Seeblockade gegen Saudi-Arabien verkündet. Ihr Militärsprecher Yahya Saree bezeichnete den Schritt in einer Videobotschaft als Prinzip "Auge um Auge". Ein Sprecher des Huthi-Medienbüros kündigte an, die Meerenge Bab al-Mandab für saudische Schiffe zu schließen.
Die Blockade folgt auf die schwerste Eskalation zwischen den Huthi und Saudi-Arabien seit einer informellen Waffenruhe von 2022. Die Miliz begründet sie mit einer fast zwölf Jahre andauernden saudischen Belagerung jemenitischer Häfen und Flughäfen sowie mit einem Angriff auf den Flughafen von Sanaa. Der Jemen wird seit 2014 von einem Bürgerkrieg erschüttert, in den 2015 eine von Saudi-Arabien geführte Koalition eingriff.
Bab al-Mandab liegt an der Südspitze der Arabischen Halbinsel, der Name bedeutet "Tor der Tränen". Durch die nur 32 Kilometer breite Meerenge laufen nach Angaben von Euronews rund zwölf Prozent des Welthandels und ein Viertel des weltweiten Containerverkehrs Richtung Suezkanal. Eine Sperrung würde Schiffe auf die Route um das Kap der Guten Hoffnung zwingen und die Fahrt zwischen Asien und Europa um zwei bis drei Wochen verlängern. Medienberichten zufolge soll der Iran die Miliz zu der Blockade aufgefordert haben, um den Druck auf die USA und ihre Verbündeten zu erhöhen.
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition sprach von Piraterie und einer Verletzung des Völkerrechts und leitete nach eigenen Angaben bereits Schutzmaßnahmen für passierende Schiffe ein. Wie die Huthi die Blockade durchsetzen wollen, blieb zunächst offen. Weil der Iran parallel die Straße von Hormus für Öltransporte gesperrt hat, stehen erstmals beide zentralen Seewege der Region zugleich unter Druck.
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Jede Reaktion steckt in einem Dilemma zwischen Abschreckung und Eskalation. Geleitschutz sichert kurzfristig die Durchfahrt, kann die Huthi aber zu Angriffen provozieren, wie sie das Rote Meer bereits gelähmt haben. Untätigkeit wiederum überlässt zwölf Prozent des Welthandels dem Kalkül einer Miliz und ihres Verbündeten in Teheran.
Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist zusammen mit der Straße von Hormus einer der wichtigsten Nadelöhre der weltweiten Schifffahrt. Rund zwölf Prozent des Welthandels passieren die Meerenge auf dem Weg zum Suezkanal.
Kurz nachdem der Iran die Straße von Hormus für Öltransporte gesperrt hatte, geraten nun auch am Bab al-Mandab die Schifffahrtswege ins Visier. Berichten zufolge soll Teheran die Huthi zu dem Schritt aufgefordert haben. Ob Zufall oder Kalkül, damit stünden beide Zufahrten zur arabischen Halbinsel zugleich unter Druck.