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Foto: BBC News

Kultur·15. September 2026

Emmy Awards 2026: „Widow's Bay“ und „The Pitt“ dominieren

Bei den 78. Emmy Awards in Los Angeles gewinnt die Horror-Comedy „Widow's Bay“ 14 Preise, während „The Pitt“ erneut als beste Dramaserie ausgezeichnet wird.

Bei der 78. Verleihung der Primetime Emmy Awards in Los Angeles ist die Horror-Comedy „Widow's Bay“ zum Abräumer des Abends geworden. Die Serie des Streamingdienstes Apple TV+ gewann 14 Auszeichnungen und stellte damit einen Rekord für eine Comedy-Serie in einem einzigen Jahr auf. Prämiert wurde sie unter anderem als beste Comedy-Serie.

Die Emmys gelten als wichtigster Fernsehpreis der USA. Dass eine Produktion eines Technologiekonzerns das Feld anführt, zeigt, wie stark Streaminganbieter das klassische Fernsehen inzwischen prägen. „Widow's Bay“ spielt auf einer fiktiven Insel in Neuengland, deren Bürgermeister das Image der heruntergekommenen Heimat aufbessern will, während alteingesessene Bewohner an einen Fluch glauben.

Als beste Dramaserie setzte sich wie schon im Vorjahr „The Pitt“ durch, das in der Notaufnahme einer Klinik in Pittsburgh spielt. Der Waliser Matthew Rhys schrieb Geschichte: Er ist der erste Darsteller, der an einem Abend zwei Hauptrollen-Preise gewann, für „Widow's Bay“ und für den Thriller „The Beast In Me“. Auf der Bühne widmete er die Auszeichnung „den guten Menschen von Wales“. Jean Smart wiederum wurde für ihre Rolle in „Hacks“ als beste Comedy-Hauptdarstellerin geehrt – zum fünften Mal in Folge und als erste Frau, der dies für dieselbe Serie gelang.

Die Trophäe für die beste Miniserie ging an „DTF St. Louis“. Mit dem Doppelerfolg von „Widow's Bay“ und „The Pitt“ bestätigt sich ein Trend der vergangenen Jahre, in denen Serien der Streamingdienste die traditionellen Sender bei den großen Preisen zurückdrängen. Wie nachhaltig dieser Vorsprung ist, dürfte auch von den Budgets der kommenden Staffeln abhängen.

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Was fehlt

Angaben zu Einschaltquoten oder Reichweite der Gala nennt keine der Quellen. Ohne diese Zahlen bleibt offen, ob der künstlerische Erfolg der Streamingserien auch beim Publikum der Preisverleihung selbst ankommt.

Redaktionelle Einordnung

Die Emmy Awards sind die renommierteste Auszeichnung des US-Fernsehens; ihr Schwerpunkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich von den klassischen Networks zu den Streamingdiensten verschoben, deren Serien inzwischen die meisten Hauptkategorien dominieren.

Um die Ecke gedacht

Der große Sieger „Widow's Bay“ läuft bei Apple TV+ – ausgerechnet der Streamingdienst eines Technologiekonzerns führt das Feld des traditionsreichen Fernsehpreises an. Dass am selben Tag Apple auch neue Betriebssysteme veröffentlichte, zeigt, wie eng Hardware, Software und Bewegtbild beim selben Anbieter zusammenrücken.