
Trump fordert von der Ukraine Stopp der Angriffe auf russische Raffinerien
Trump fordert die Ukraine auf, ihre Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen, und macht Kyjiw für die weltweiten Rekord-Dieselpreise verantwortlich.
US-Präsident Donald Trump hat die Ukraine aufgefordert, ihre Angriffe auf russische Raffinerien zu beenden. Er sprach am Sonntag im irischen Doonbeg, wo er am Rande des Golfturniers Irish Open Reporter empfing. Den weltweiten Anstieg der Dieselpreise schrieb er dabei nicht seinem eigenen Krieg gegen Iran zu, sondern den ukrainischen Angriffen.
„Selenskyj muss eines tun. Er muss aufhören, in Russland Dieselkraftstoff auszuschalten“, sagte Trump. Er habe die Frage bereits mit dem ukrainischen Präsidenten besprochen. Es gebe genügend andere Ziele, Diesel solle Kyjiw verschonen, weil das der Welt schade. Der Dieselpreis in den USA war am Freitag auf über sechs Dollar je Gallone gestiegen, rund 60 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, als er bei etwa 3,71 Dollar lag.
Die Ukraine greift die russische Öl- und Gasindustrie seit Monaten mit weitreichenden Schlägen an. Daraufhin verhängte Moskau im Juli ein Exportverbot für Diesel und nahm damit Mengen vom ohnehin knappen Weltmarkt. Fachleute sehen die Hauptursache der Preiskrise jedoch im Krieg gegen Iran. Laut der Internationalen Energieagentur lagen die Nettoexporte von Diesel und Gasöl aus den Golfstaaten im August bei gut einem Viertel des Vorkriegsniveaus. Der russische Staatssender RT stellt es anders dar und behauptet, die ukrainischen Angriffe hätten vor allem Benzin getroffen, während die Dieselversorgung weitgehend unangetastet geblieben sei.
Trump steht vor den Zwischenwahlen im November wegen der hohen Energiepreise innenpolitisch unter Druck. Ob Kyjiw seine Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur tatsächlich zurückfährt, ist offen. Für die Ukraine sind die Schläge ein zentrales Mittel, um Russlands Kriegskasse und Nachschub zu treffen.
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Hier kollidieren zwei berechtigte Interessen, die sich nicht sauber trennen lassen. Die Ukraine schwächt mit den Angriffen Russlands Kriegsfähigkeit, treibt aber zugleich einen Weltmarktpreis, den auch Trumps Iran-Krieg befeuert. Wer nur eine Ursache benennt, verkürzt ein Problem mit mehreren gleichzeitig wirkenden Treibern.
Eine Stellungnahme aus Kyjiw zu Trumps Forderung fehlt in den vorliegenden Quellen. Ebenso bleibt offen, welchen Anteil die ukrainischen Angriffe im Vergleich zum Iran-Krieg konkret am Dieselpreis haben.
Die Ukraine attackiert seit Monaten gezielt Russlands Raffinerien, um die Einnahmen aus dem Ölgeschäft und den Treibstoffnachschub der Armee zu treffen. Zugleich hat der Krieg gegen Iran die Öldurchfahrt durch die Straße von Hormus gedrosselt, wodurch sich beide Konflikte im Weltmarktpreis für Diesel überlagern.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Schuldzuweisung. Trump verlangt den Stopp der Angriffe wenige Wochen vor den Zwischenwahlen, bei denen der Rekord-Dieselpreis zur innenpolitischen Belastung wird. Dass er dabei den eigenen Iran-Krieg als Preistreiber ausklammert, den Fachleute an erster Stelle nennen, verschiebt die Verantwortung nach außen.