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Foto: BBC News

Wirtschaft·14. September 2026

Trump kündigt Aufhebung der US-Zölle auf irischen Whiskey an

Trump kündigt an, den US-Zoll auf irischen Whiskey zu streichen, nachdem er britische Marken schon im Mai von der Abgabe befreit hatte.

US-Präsident Donald Trump hat zum Abschluss seines zweitägigen Irland-Besuchs angekündigt, den US-Zoll auf irischen Whiskey aufzuheben. Die Ankündigung machte er am Sonntagabend bei der Siegerehrung der Irish Open, wo er dem irischen Golfprofi Shane Lowry die Trophäe überreichte. Das Turnier fand auf Trumps eigenem Golfresort in Doonbeg statt.

Irischer Whiskey unterliegt bisher dem regulären US-Zollsatz auf EU-Importe, der im Juli von 15 auf 10 Prozent gesenkt wurde. Im Mai hatte Trump britische Spirituosen wie Scotch und in Nordirland gebrannten Whisky von diesem Zoll ausgenommen. Diese Ausnahme verknüpfte er mit dem Staatsbesuch von König Charles III. Seither verkaufen die irischen Brennereien zu schlechteren Bedingungen als die britische Konkurrenz, obwohl die USA ihr wichtigster Exportmarkt sind.

Zur Begründung sagte Trump, alle hätten ihn auf den Zoll angesprochen. "Alle haben mich ständig damit genervt", erklärte er vor der jubelnden Menge. Der irische Regierungschef Micheál Martin und Lowry selbst hätten ihn darum gebeten. Wann der Zoll fällt, blieb zunächst offen. Der US-Spirituosenverband und die Irish Whiskey Association begrüßten den Schritt.

Konkrete Angaben zum Zeitpunkt der Aufhebung nannte das Weiße Haus zunächst nicht. Beobachter verweisen darauf, dass Irland sein wichtigstes Golfturnier in Trumps Resort ausrichten ließ, kurz bevor die Entscheidung fiel. Offen bleibt, ob die Maßnahme mit der EU abgestimmt wird oder als einseitige Ausnahme gilt.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Eine einzelne Zollausnahme wirkt kleiner, als sie ist, weil sie das Gleichgewicht des gesamten EU-US-Abkommens berührt. Wird irischer Whiskey befreit, stellt sich sofort die Frage nach Cognac, Grappa oder deutschem Bier. Jede Ausnahme schafft einen Präzedenzfall, der neue Begehrlichkeiten weckt.

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Was fehlt

Wie hoch das jährliche Exportvolumen von irischem Whiskey in die USA ist und wie stark der Zoll die Branche in Zahlen belastet, beziffert keine der Quellen. Auch ob die einseitige Ausnahme mit dem EU-US-Handelsabkommen vereinbar ist, bleibt offen.

Redaktionelle Einordnung

Die USA sind der größte Absatzmarkt der irischen Whiskeybranche, weshalb die im Mai eingeführte Zollbefreiung für schottische und nordirische Spirituosen die irischen Brennereien gegenüber der britischen Konkurrenz unmittelbar benachteiligte.

Um die Ecke gedacht

Trumps Zollausnahmen folgen einem Muster: Die Befreiung für schottischen Whisky verkündete er nach dem Staatsbesuch von König Charles, die für irischen Whiskey nun auf seinem eigenen Golfplatz, den Irland zum Austragungsort seines wichtigsten Turniers gemacht hatte. Ob das Zufall ist?