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Foto: BBC News

Welt·19. Juli 2026

Fähre „Barima“ mit 133 Menschen vor der Küste Guyanas gesunken – Dutzende vermisst

Vor der Küste Guyanas sinkt die Fähre Barima mit 133 Menschen an Bord, während Rettungskräfte nach Dutzenden Vermissten suchen.

Vor der Nordwestküste Guyanas ist die Passagierfähre „Barima“ mit 133 Menschen an Bord gesunken. An Bord befanden sich nach offiziellen Angaben 116 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder. Bis Sonntagnachmittag wurden 67 Menschen gerettet, darunter 15 Kinder. Dutzende galten weiter als vermisst.

Das Schiff war am Samstag kurz nach 15.00 Uhr Ortszeit von der Hauptstadt Georgetown in Richtung Port Kaituma aufgebrochen, einer Route, die abgelegene Gemeinden im Nordwesten des Landes versorgt. Gegen 23.00 Uhr ging der Notruf bei der Küstenwache ein. Daraufhin begann eine Suchaktion, an der Regierungsteams und private Boote beteiligt waren. Für Guyana mit seinen rund einer Million Einwohnern ist das Unglück eine schwere Tragödie.

Über den Hergang gibt es erste Schilderungen. Infrastrukturminister Juan Edghill erklärte in einem Video, eine große Welle habe die „Barima“ zum Kentern gebracht. Der 18-jährige Überlebende Wayne Kitson berichtete, zum Zeitpunkt des Unglücks hätten alle an Bord geschlafen. Er selbst sei stundenlang im Meer geschwommen und bange nun um Frau und Tochter. Premierminister Mark Phillips sagte, das Schiff sei innerhalb seiner Gewichtsgrenze gewesen und für mehr als 300 Passagiere zugelassen. An Bord seien 250 Rettungswesten sowie mehrere Rettungsinseln gewesen.

Die 1939 gebaute und rund 40 Meter lange Fähre verkehrt regelmäßig zwischen Georgetown und Port Kaituma. Die Küstenwache verdoppelte am Sonntag ihr Suchgebiet, auch der zunächst gerettete Kapitän kehrte zur Unterstützung zurück. Die Namen der Insassen sollen erst nach Abschluss der Rettungs- und Untersuchungsarbeiten veröffentlicht werden. Für Angehörige richteten die Behörden Anlaufstellen ein.

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Redaktionelle Einordnung

Die Route Georgetown–Port Kaituma ist eine Lebensader für schwer erreichbare Gemeinden im Nordwesten Guyanas, wo Flüsse und Küste oft die einzigen Verkehrswege sind. Ein Ausfall trifft dort Versorgung und Mobilität unmittelbar.

Um die Ecke gedacht

Guyana zählt seit dem Ölfund vor der Küste zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Dass eine 1939 gebaute Fähre weiterhin abgelegene Gemeinden versorgt, wirft die Frage auf, ob der Wohlstand aus dem Öl bei der öffentlichen Infrastruktur angekommen ist.