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Tod eines Marokkaners bei Polizeieinsatz in Bologna löst gewaltsame Proteste in Italien aus
Der Tod eines Marokkaners bei einem Polizeieinsatz in Bologna löst in mehreren italienischen Städten Proteste mit mindestens elf Verletzten aus.
In der italienischen Universitätsstadt Bologna ist ein 42-jähriger Mann aus Marokko bei einem Polizeieinsatz gestorben. Ein von der Zeitung „La Repubblica“ veröffentlichtes Video zeigt, wie ihn zwei Beamte am Boden fixieren, seine Hände auf dem Rücken gefesselt. Mehrfach ruft er „Hilfe! Genug, genug!“, doch die Polizisten lassen erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich nicht mehr bewegt.
Die Beamten waren gerufen worden, nachdem Anwohner den Mann als aggressiv gemeldet hatten. Nach Angaben der Behörden schlug er auf einen Streifenwagen ein. Die Polizei setzte nach eigener Darstellung Pfefferspray ein und fixierte ihn mit Handschellen, kurz darauf habe er einen medizinischen Notfall erlitten und sei trotz des Eingreifens von Rettungskräften gestorben. Seine Schwester wirft den Beamten vor, ihren Bruder misshandelt zu haben, und fordert Gerechtigkeit.
Der Fall sorgt landesweit für Schlagzeilen, weil ein Fall exzessiver Polizeigewalt vermutet wird. In mehreren Städten gingen Menschen auf die Straße. In Bologna versammelten sich mehrere Tausend Demonstranten mit Plakaten wie „Wahrheit und Gerechtigkeit“. Zunächst blieb die Kundgebung friedlich.
Später warfen einige Teilnehmer Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Polizei und rissen die Fenstergitter gepanzerter Einsatzfahrzeuge ab. Die Beamten reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas. Nach Angaben der Rettungsdienste wurden mindestens elf Menschen verletzt, Demonstranten wie Polizisten. Der Anwalt der Familie verurteilte die Ausschreitungen. Die genaue Todesursache soll nun eine Obduktion klären.
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Der Einsatz begann mit einem realen Notruf und endete in einer Tragödie, und beides gehört zusammen erzählt. Anwohner meldeten einen aggressiven Mann, der auf ein Polizeifahrzeug einschlug, doch die Reaktion führte zu seinem Tod. Zwischen dem Schutzauftrag der Polizei und der Pflicht, Festgenommene am Leben zu halten, liegt genau das Dilemma, das die Obduktion nun klären muss.
Todesfälle in Polizeigewahrsam sind in Italien ein wiederkehrender Konfliktpunkt zwischen Bürgerrechtsgruppen und der rechten Regierung von Giorgia Meloni, die auf einen harten Sicherheits- und Migrationskurs setzt. Der Stadtteil Pilastro in Bologna gilt als sozialer Brennpunkt mit hohem Migrantenanteil.
Ein am Boden fixierter Mann, der mehrfach um Hilfe ruft, bis er sich nicht mehr bewegt: Die Szene weckt Erinnerungen an den Fall George Floyd, dessen Tod 2020 weltweit Proteste auslöste. Auch in Bologna verbreitete sich das Video, bevor die Ausschreitungen begannen. Wieder wird ein Handyvideo zum Auslöser einer Protestwelle.