
Foto: n-tv
Amazon stoppt Zusammenarbeit mit Frachtfluglinie 21 Air nach tödlichem Miami-Crash
Amazon setzt nach dem Absturz einer Frachtmaschine in Miami mit fünf Toten die Zusammenarbeit mit der Fluglinie 21 Air aus.
Amazon setzt die Zusammenarbeit mit der Frachtfluglinie 21 Air aus. Der Konzern reagiert damit auf einen Flugzeugabsturz am Miami International Airport, bei dem am 6. September fünf Menschen ums Leben kamen. Fünf weitere wurden verletzt.
Amazon betreibt keine eigenen Flugzeuge, sondern lässt seine Fracht von mehreren Partnerfirmen unter eigener Flagge transportieren. 21 Air setzte acht Maschinen für den Konzern ein. Die getöteten Menschen saßen nicht im Flugzeug, sondern in einem Van einer Reinigungsfirma am Boden. Die Opfer waren zwischen 47 und 75 Jahre alt.
Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB war die Frachtmaschine von Amazon Prime Air bei der Landung über die Landebahn hinausgeschossen. Aus freigegebenen Aufnahmen geht hervor, dass ein Pilot seinen Kollegen gut eine Minute vor der Landung vor zu hoher Geschwindigkeit warnte, ohne dass darauf reagiert wurde. Frühere Mitarbeiter von 21 Air hatten laut CBS News bereits vor dem Unglück gewarnt, das Unternehmen halte Sicherheitsvorschriften nicht ein. Nach Darstellung mehrerer ehemaliger Piloten hielt das Management Sicherheitsberichte zurück und setzte Besatzungen unter Druck, ohne ausreichende Ruhezeiten zu fliegen.
Die NTSB untersucht die genaue Ursache des Absturzes weiter. Ob Amazon auch seine übrigen Frachtpartner überprüft, ist bislang offen.
Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.
Zwischen schneller Konsequenz und voreiligem Urteil liegt ein echtes Dilemma. Die NTSB ermittelt noch, während Amazon den Partner bereits aussetzt und damit Fakten schafft. Handelt der Konzern zu früh, trifft es womöglich die Falschen; wartet er ab, riskiert er weitere Flüge unter ungeklärten Bedingungen.
Eine Stellungnahme von 21 Air selbst fehlt in den Quellen. Auch bleibt offen, ob Amazon nach dem Unglück seine übrigen beauftragten Frachtfluglinien überprüft.
Amazon besitzt keine eigene Frachtflotte, sondern lässt seine Luftfracht über ein Netz beauftragter Fluggesellschaften abwickeln. Dieses Modell verteilt Verantwortung auf Subunternehmer und steht seit Jahren wegen Fragen der Sicherheitsaufsicht in der Kritik.
Die fünf Todesopfer saßen nicht im Flugzeug, sondern in einem Van einer Reinigungsfirma am Boden. Der Fall zeigt, dass bei Flugunfällen auch Beschäftigte am Flughafen betroffen sind, deren Risiko in Sicherheitsdebatten selten mitgezählt wird.