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Foto: n-tv

Inland·20. Juli 2026

Bundeswehr will Heimatschutzdivision bis 2035 auf über 10.000 Soldaten ausbauen

Die Bundeswehr will ihre Heimatschutzdivision wegen der Bedrohung durch Russland bis 2035 von 6500 auf weit über 10.000 Soldaten vergrößern.

Die Bundeswehr plant einen deutlichen Ausbau ihrer Heimatschutzdivision. Bis 2035 soll der Verband von derzeit avisierten 6500 auf weit über 10.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Das kündigte der Kommandeur der Division, Generalmajor Andreas Henne, im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an.

Hintergrund ist die veränderte Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die Heimatschutzdivision wurde erst im vergangenen Jahr als vierter Großverband des Heeres aufgestellt. Ihre Aufgabe ist es, im Ernstfall kritische Infrastruktur wie Häfen und Flugplätze zu sichern und den Aufmarsch verbündeter Truppen durch Deutschland zu ermöglichen. Deutschland versteht sich im Bündnisfall als logistische Drehscheibe der NATO an der Ostflanke.

"Wir haben ja im Moment eine avisierte Stärke von 6500 Soldatinnen und Soldaten. Wir werden aber bis 2035 auf weit über 10.000 Soldaten wachsen", sagte Henne. Dafür sollen neue Heimatschutzbataillone und Unterstützungsbataillone aufgestellt werden. Die bisherige Zahl reiche aus, um eine Anfangsbefähigung herzustellen, betonte der General. Für einen längeren Konflikt aber reiche die derzeitige Stärke nicht aus.

Wie der Aufwuchs personell gedeckt werden soll, ist offen. Der Heimatschutz setzt stark auf Reservistinnen und Reservisten, deren Gewinnung angesichts des allgemeinen Personalmangels der Bundeswehr als schwierig gilt. Die Ankündigung fügt sich in die Debatte über eine mögliche Rückkehr zu einer Form der Wehrpflicht ein.

Perspektiven

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Abschreckung und Machbarkeit stehen hier in direktem Zielkonflikt. Ein glaubwürdiger Heimatschutz erfordert Personal, das auf einem angespannten Arbeitsmarkt kaum verfügbar ist, während jede unbesetzte Stelle die angekündigte Stärke aushöhlt. Die Zahl von über 10.000 Soldaten wird erst dann belastbar, wenn geklärt ist, woher sie kommen sollen.

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Redaktionelle Einordnung

Deutschland gilt im Verteidigungsfall als zentrale Logistikdrehscheibe der NATO: Über deutsche Häfen, Straßen und Schienen würden Truppen und Material an die Ostflanke verlegt. Der Heimatschutz soll genau diese Infrastruktur im Hinterland sichern, während die Kampfverbände des Heeres nach vorne verlegt werden.

Um die Ecke gedacht

Der Verband wurde erst vor gut einem Jahr aufgestellt und soll seine Zielgröße nun noch vor deren Erreichen fast verdoppeln. Ob die ursprüngliche Planung die Bedrohungslage unterschätzte? Auffällig ist, dass der Heimatschutz wachsen soll, während die Bundeswehr insgesamt Mühe hat, ihre bestehenden Stellen zu besetzen.