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Welt·15. September 2026

Pentagon-Bericht: Iran-Krieg verursachte US-Munitionsengpass und Flugzeugverluste

Ein Pentagon-Bericht beziffert die Kosten des Iran-Kriegs auf 33,4 Milliarden Dollar und widerspricht Trumps Aussage über nahezu unbegrenzte Munition.

Die interne Kontrollbehörde des US-Verteidigungsministeriums hat erstmals offengelegt, welchen Preis der sechsmonatige Krieg gegen den Iran gefordert hat. Der Generalinspekteur beziffert die Kosten der Operation Epic Fury zwischen dem 28. Februar und dem 30. Juni auf 33,4 Milliarden Dollar. Allein 22,3 Milliarden davon entfielen auf verschossene Munition.

Der Bericht an den Kongress ist der erste seiner Art und liefert die bislang vollständigste amtliche Bilanz des Konflikts. Über Monate hatte das Pentagon Berichte über schwindende Waffenbestände zurückgewiesen. Präsident Trump versicherte noch vor wenigen Wochen, die USA verfügten über nahezu unbegrenzte Munition. Der nun vorgelegte Bericht kommt zu einem anderen Ergebnis.

Nach Angaben der Prüfer führte der Materialverbrauch zu strategischen Lücken in den Beständen und legte Engpässe in der Rüstungsindustrie offen. Dokumentiert werden vier zerstörte F-15, eine beschädigte F-35 sowie sieben getroffene Tankflugzeuge vom Typ KC-135, von denen fünf am Boden in Saudi-Arabien durch iranische Geschosse beschädigt wurden. Bis zu 30 Drohnen vom Typ MQ-9 Reaper zu je rund 30 Millionen Dollar gingen verloren. Elf US-Soldaten kamen im Einsatz ums Leben, besonders betroffen war der Marinestützpunkt in Bahrain. Experten rechnen damit, dass die Auffüllung moderner Raketen und Abwehrsysteme bis zu drei Jahre dauern wird.

Trump wies die Darstellung umgehend zurück und erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die Produktion laufe auf Rekordniveau. Verteidigungsminister Hegseth hatte die Kriegskosten Ende Juli noch auf 37,5 Milliarden Dollar beziffert. Wie schnell die Bestände tatsächlich wieder aufgefüllt werden können, bleibt offen.

Perspektiven

Fünf Blickwinkel auf dieselbe Nachricht — tippe dich durch.

Jede abgefeuerte Abfangrakete kauft Sicherheit heute und schafft eine Lücke für morgen. Der Bericht beziffert genau diesen Zielkonflikt: 22,3 Milliarden Dollar an verschossener Munition bedeuten ein Fenster von bis zu drei Jahren, in dem die Bestände dünn bleiben. Kurzfristige Abschreckung und langfristige Bereitschaft ziehen hier in verschiedene Richtungen.

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Was fehlt

Wie hoch die iranischen Verluste an Menschen und Material ausfielen, nennt keine der Quellen — die Bilanz beschreibt allein die US-Seite.

Redaktionelle Einordnung

Operation Epic Fury bezeichnet den im Februar 2026 begonnenen US-Militäreinsatz gegen den Iran. Moderne Abfangraketen und Präzisionsmunition lassen sich nur langsam nachproduzieren, weshalb Engpässe die militärische Handlungsfähigkeit der USA über Jahre einschränken können.

Um die Ecke gedacht

Verteidigungsminister Hegseth nannte Ende Juli 37,5 Milliarden Dollar, der Generalinspekteur nun 33,4 Milliarden für den Zeitraum bis Ende Juni. Ob die Differenz nur den späteren Stichtag widerspiegelt oder auf unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen beruht, geht aus den Angaben nicht hervor.