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Supertanker "El Gaia" explodiert in der Straße von Hormus – USA widersprechen Iran
Iran meldet die Explosion des Tankers El Gaia an einer Seemine in der Straße von Hormus, während das US-Militär von einem iranischen Drohnenangriff spricht.
Über den brennenden Öltanker „El Gaia“ in der Straße von Hormus gibt es zwei unvereinbare Darstellungen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, das Schiff sei auf der verminten südlichen Route auf eine Seemine gefahren und vollständig in Flammen aufgegangen. Das US-Zentralkommando Centcom wies das als „falsch“ zurück.
Die Straße von Hormus ist im Krieg zwischen Teheran und Washington zum zentralen Streitpunkt geworden. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge, dazu Flüssigerdgas und Dünger aus den Golfstaaten. Die Revolutionsgarden haben die südliche Passage teils vermint und nur eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt. Für die Durchfahrt verlangen sie Gebühren.
„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte die Marineführung der Revolutionsgarden mit. Centcom hält dagegen, die „El Gaia“ sei bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete manövrierunfähig geschossen und am Wochenende vor der Küste Omans erneut mit einer Drohne angegriffen worden. Derzeit werde der Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt. An Bord war nach Angaben aus Neu-Delhi eine 14-köpfige indische Besatzung, von der 13 Menschen gerettet wurden. Ein Seemann wird weiter vermisst.
Ein für Montag geplantes Außenministertreffen der Golfstaaten zur Straße von Hormus wurde kurzfristig abgesagt. Centcom wirft den Revolutionsgarden vor, mit ihrer Version Handelsschiffe einzuschüchtern. Wer die Passage tatsächlich kontrolliert, lässt sich anhand der widersprüchlichen Angaben bislang nicht unabhängig überprüfen.
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Jede Antwort auf die Blockade erzeugt ihr eigenes Gegenrisiko. Eskaliert der Westen militärisch, könnte der Iran die Meerenge tatsächlich schließen und damit auslösen, was verhindert werden soll; hält er sich zurück, normalisiert sich die Mautforderung für eine internationale Wasserstraße. Zwischen Abschreckung und Zurückhaltung liegt kein sicherer Pfad, nur die Wahl des Risikos.
Eine unabhängige, nicht an einer Kriegspartei hängende Quelle fehlt vollständig: Alle Angaben stammen entweder von den iranischen Revolutionsgarden oder vom US-Militär. Wer Eigner der „El Gaia“ ist, unter welcher Flagge sie fuhr und welche Ladung sie transportierte, nennt keine der Quellen.
Rund ein Fünftel des weltweit verschifften Öls passiert normalerweise die nur etwa 30 Kilometer breite Straße von Hormus. Wer sie kontrolliert, hat einen Hebel auf die globale Energieversorgung und die Preise. Der Iran hat Teile der Meerenge vermint und eine nördliche Route entlang seiner Küste zur einzigen sicheren Passage erklärt, für die er Gebühren verlangt.
Ob Mine oder Drohne – beide Versionen nützen ihren Urhebern: Teheran untermauert den Anspruch, die Meerenge zu kontrollieren, Washington zeichnet den Iran als Angreifer auf ein bereits wehrloses Schiff. Auffällig ist der Zeitpunkt. Nur kurz vor der Meldung wurde das für Montag geplante Golfstaaten-Treffen zur Straße von Hormus abgesagt.